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Ärzteschaft

Fast jeder zweite Arzt will nach Praxisabgabe in Teilzeit weiterarbeiten

Donnerstag, 29. November 2018

/rocketclips, stock.adobe.com

Düsseldorf – Der Wechsel in den Ruhestand ist für viele Ärzte offenbar eine schwierige Phase. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Befragt wurden 50 niedergelassene Ärzte, 50 Zahnärzte und 50 Apotheker ab 50 Jahre. Danach wünschen 46 Prozent der befragten Ärzte keinen abrupten Wechsel in den Ruhestand, sondern eine Übergangslösung mit einem reduzierten Arbeitszeitpensum.

„Den Wunsch nach einem sukzessiven Übergang in den Ruhestand äußern unsere Kunden häufig“, berichtete auch Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Bank, aus seiner Erfahrung. „Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt man noch eine Zeit lang Chef in Teilzeit und holt sich einen angestellten Arzt in die Praxis, oder man übergibt die Praxis und vereinbart eine Anstellung mit reduzierter Arbeitszeit“, erläutert er.

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Die zweite Variante könne allerdings problematischer sein, denn der Rollenwechsel vom Praxisinhaber zum Angestellten bedeute auch weniger Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum zugunsten des neuen Inhabers. „Hier kommt es also vor allem darauf an, wie gut man loslassen kann – nicht als Arzt, sondern als Vorgesetzter“, so Zehnich.

Aber auch wirtschaftlich ist der Übergang in den Ruhestand nicht einfach: Laut der Umfrage blicken 55 Prozent der Heilberufler besorgt auf die Abgabe ihrer Praxis oder Apotheke. Die größte Befürchtung von 58 Prozent der Befragten ist, keinen geeigneten Nachfolger zu finden. 42 Prozent sorgen sich, nicht genügend Ertrag mit dem Verkauf der Praxis oder Apotheke zu erzielen.

Bei der Praxisabgabe ist den Ärzten ein gutes Gefühl bei der Nachfolge laut der Umfrage genauso wichtig wie ein guter Verkaufspreis (jeweils 48 Prozent), eine aufwendige Organisation beim Praxisübergang fürchten 28 Prozent. 14 Prozent der befragten Ärzte haben vor, die Praxis an ein Familienmitglied zu übergeben.

Ärzte und Zahnärzte haben bekanntlich auch die Möglichkeit, ihre Praxen an nichtärztliche Investoren zu verkaufen. Indem sie ihre Zulassung in Medizinische Versorgungszentren (MVZ) einbringen, können sie noch eine Zeit lang dort als Angestellte weiterarbeiten, gegebenenfalls mit geringerem Arbeitspensum. 16 Prozent der Ärzte lehnen den Verkauf an heilberufsfremde Einrichtungen ab, doch die Mehrheit wäre laut der Apobank-Umfrage dazu bereit.

„An dieser Stelle kommen zwei Interessenlager zusammen: Auf der einen Seite die Investoren, die den Gesundheitsmarkt als Wachstumsmarkt sehen. Auf der anderen Seite die Heilberufler, die einen guten Preis für ihre Praxis erzielen möchten und mit zunehmendem Alter auch häufig die eigene Arbeitszeit reduzieren wollen, was ihnen über die Anstellung im MVZ ermöglicht wird“, so Zehnich. © hil/aerzteblatt.de

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