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Komponenten für Telematik­infrastruktur sollen 2018 auf den Markt kommen

Dienstag, 23. Januar 2018
/Robert Kneschke, stockadobecom

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist überzeugt davon, dass die Industrie in diesem Jahr alle Komponenten für die Tele­ma­tik­infra­struk­tur bereitstellen kann. Das erläutert Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV, in einem aktuellen Videointerview von KV-on.

„Die augenblicklichen Verzögerungen liegen eindeutig daran, dass die Industrie Komponenten nicht liefern kann“, so Kriedel. Der KBV-Vorstand nahm die Firmen aber in Schutz – sie hätten aufgrund steigender Sicherheitsanforderungen alle Kompo­nenten neu entwickeln müssen, sagte er. 

Kriedel erteilte in diesem Zusammenhang der Forderung der Grünen im Bundestag nach einem neuen Runden Tisch zur Digitalisierung im Gesundheitswesen nach Vorbild des Pharmadialogs eine Absage.

Zwar sei ein breiter Diskurs grundsätzlich zu begrüßen, so der KBV-Vorstand, ein zusätzlicher Runder Tisch sei aber nicht notwendig, weil in der gematik bereits alle Akteure versammelt seien. „Ein neues Gremium würde den Prozess eher verlangsamen als beschleunigen“, sagte er.

Hintergrund des Grünen-Vorstoßes ist, dass die Partei mit der Entwicklung der Digitali­sierung im Gesundheitswesen unzufrieden ist. „Abgesehen von den auch in der Öffentlichkeit diskutierten Unzulänglichkeiten der Tele­ma­tik­infra­struk­tur und der elektronischen Gesundheits­karte fehlen vor allem eine längerfristige und zusammen­hängende politische Strategie für die Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie ein darauf aufbauender konsistenter Rechtsrahmen“, erklärte Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, in einem Schreiben an Bundes­gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

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