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Präpubertäre Gynäkomastie: Endokrine Disruptoren in Lavendel- und Teebaumöl

Dienstag, 20. März 2018
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Durham/North Carolina – Insgesamt 8 ätherische Öle, die in Lavendel- und Teebaumölen enthalten sind, haben eine östrogenartige Wirkung, die bei empfindlichen Jungen eine Gynäkomastie auslösen können. Dies zeigen auf der Jahrestagung der US-Endokrinologen in Chicago vorgestellte Studienergebnisse.

Lavendel- und Teebaumöle sind derzeit populäre Zusätze von Haar- und Hautpflegeprodukten. Die in den beiden Naturstoffen enthaltenen ätherischen Öle sollen schonender für die Haut sein als herkömmliche Detergentien. Nur wenigen Konsumenten dürfte jedoch bekannt sein, dass die biologischen Substanzen hormonelle Wirkung haben können. Vor einiger Zeit hatte ein Team um Kenneth Korach vom National Institute of Environmental Health Sciences in Research Triangle Park (NIEHS) in Durham auf die ungewöhnliche Nebenwirkung der Duft- und Heilstoffe hingewiesen. Im New England Journal of Medicine (2007; 356: 479–85) berichteten sie über 3 Jungen, bei denen im Alter von 4, 7 und 10 Jahren ein Brustwachstum einsetzte, nachdem sie über längere Zeit lavendel- oder teebaumölhaltige Hautpflegeprodukte benutzt hatten.   

Jetzt hat ein NIEHS-Team um Jeffrey Ramsey, dem auch Korach angehört, die Ursachen ermittelt. „In vitro“-Experimente ergaben, dass insgesamt 8 Inhaltsstoffe von Lavendel- und Teebaumölen eine östrogenartige Wirkung haben. Einige setzten die Aktivität von Testosteronen herab. 

4 der getesteten Chemikalien (Eucalyptol, Terpin-4-ol, Dipenten/Limonen und Alpha-Terpineol) sind sowohl in Lavendel- als auch in Teebaumölen enthalten. Die anderen 4 (Linalylacetat, Linalool, Alpha-Terpinen und Gamma-Terpinen) waren in einem der beiden Mittel enthalten. 

Laut Ramsey sind die untersuchten Substanzen nicht nur in Lavendel- und Teebaumölen, sondern in wenigstens 65 anderen ätherischen Ölen enthalten, die zunehmend als Alternative zu „chemischen“ Mitteln in der Haut- und Haarpflege eingesetzt werden. Da Shampoos und Hautlotionen nicht zu den Arzneimitteln gehören, sind ihre pharmakologischen Wirkungen sowie die Sicherheit nicht in klinischen Studien untersucht. 

Ramsey rät aufgrund der Ergebnisse zur Vorsicht. Jungen vor der Pubertät sollten sie eher nicht verwenden (und bei Entwicklung einer Gynäkomastie völlig darauf verzichten).

Die 3 Kinder, über die Korach berichtet hatte, waren sehr großzügig mit den Produkten umgegangen. Der erste Junge (4 Jahre und 5 Monate alt) hatte seit Längerem ein lavendelölhaltiges Heilungsbalsam benutzt, der 2. Junge (10 Jahre und 1 Monat alt) hatte täglich ein lavendel- und teebaumölhaltiges Shampoo eingesetzt und jeden Morgen mit einem Haargel mit den gleichen Inhaltsstoffen seine Frisur getrimmt. Der 3. Junge (7 Jahre und 10 Monate alt) hatte regelmäßig eine lavendelölhaltige Seife und gelegentlich eine lavendelölhaltige Hautcreme benutzt.

© rme/aerzteblatt.de
Kommentare
Forum Essenzia e.V. am Mittwoch, 4. April 2018, 23:43
Unwissenschaftliche Panikmache um Klicks zu generieren?
John Ioannidis (Professor an der Stanford University und Methodenkritiker):

"Vorsicht ist geboten, wenn eine Studie ...
... nur eine kleine Zahl von Ereignissen auswertet
... als eine der ersten etwas Neues präsentiert
... auffallend häufig zitiert wird
... aus den USA stammt.“

Aber im vorliegenden Fall ist die Studie ja noch nicht einmal veröffentlich!

Nachdem das Thema "Gynäkomastie durch ätherische Öle" jetzt auch in den renommierten Zeitungen und in öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland und Österreich angekommen ist, hat sich Forum Essenzia e.V. entschlossen, dazu eine vorläufige Stellungnahme zu verfassen:

http://forum-essenzia.org/downloads/2018_gynaekomastie_gemeinsam.pdf
chrispeg am Mittwoch, 21. März 2018, 07:55
8 ätherische Öle, die in Lavendel- und Teebaumölen enthalten sind
Ätherische Öle, die in Ätherischen Ölen enthalten sind????