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Aedes-aegypti-Mücke in Europa angekommen

Montag, 5. Februar 2018
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Stockholm – Die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, der wichtigste Überträger von Dengue, Chikungunya, Zika und Geldfieber, ist auf den kanarischen Inseln entdeckt worden. Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) befürchtet, dass Überträger und Viren auf Kontinentaleuropa übergreifen könnten und fordert Gegenmaßnahmen.

Da die kanarischen Inseln eine beliebte Ferienregion sind, könnten die Mücken relativ rasch nach Kontinentaleuropa eingeschleppt werden und sich dort ausbreiten. Die klimatischen Voraussetzungen sind zumindest in Südeuropa gegeben. Im 18. und 19. Jahrhundert hat es in der Mittelmeerregion noch große Ausbrüche von Gelbfieber und Dengue gegeben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Vektor und Viren dort (bis auf lokale Chikungunya-Epidemien) nicht mehr nachgewiesen.

In Ägypten konnte sich Aedes aegypti jüngst festsetzen. In der Küstenregion des Roten Meeres hat es in den letzten Jahren lokale Ausbrüche von Denguefieber gegeben. Da es sich um ein Urlaubsgebiet handelt, kommt es immer wieder zu importierten Erkran­kungen, so im Herbst letzten Jahres auch in Deutschland.

Auf Madeira ist Aedes aegypti seit 2007 endemisch. Auch an der Schwarzmeerküste von Russland und Georgien hat sich Aedes aegypti festgesetzt. Neue Untersuchungen zeigen, dass sich die Mücken langsam an der Schwarzmeerküste der Türkei in Richtung Westen ausbreiten.

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