aerzteblatt.de

Zusätzlicher Fälschungsschutz für Arzneimittel kommt ab 2019

Mittwoch, 17. Mai 2017

Frankfurt am Main – Ab dem 9. Februar 2019 müssen verschreibungspflichtige Medika­men­te zusätzliche Sicherungsmerkmale auf ihrer Packung tragen, die Apotheken vor der Abgabe an den Patienten überprüfen. Dazu würden die bereits vorhandenen Regelun­gen und Kontrollen durch verbindliche und einheitliche technische Lösungen EU-weit er­gänzt, erklärte heute securPharm.

securPharm ist eine nicht gewinnorientierte Orga­ni­sation für den Aufbau des Systems zur Echtheitsprüfung von Arzneimitteln und wird von Pharma-, Großhandels- und Apothekerverbänden getragen. Der Verein baut das Fäl­schungsabwehrsystem für Deutschland auf, das Teil eines eu­ro­päischen Fälschungs­ab­wehrsystems wird.

„Ziel ist es, dass jedes verschreibungs­pflichtige Arz­nei­mittel in jeder Apotheke eines EU-Mitgliedstaates sowie den EWR-Staaten künftig auf seine Echtheit überprüft werden kann, bevor es an den Patienten gelangt“, sagte Rein­hard Hoferichter, Vorstandsspre­cher von securPharm. Die zusätzlichen Sicherungsmerkmale seien ein Erstöffnungs­schutz, sodass erkennbar ist, ob die Packung bereits geöffnet wurde, sowie eine pa­ckungs­individuelle Seriennum­mer, über die jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel auf seine Echtheit geprüft wird.

Die Echtheitsprüfung von Medikamenten im securPharm-System soll über den Scan der individuellen Seriennummer bei der Abgabe in der Apotheke geschehen. Über diesen Scan wird der Status der Packung in einer Datenbank abgefragt. Wurde eine Packung mit dieser Seriennummer schon einmal verkauft oder nie in den Vertrieb gegeben, warnt das System automatisch den Apotheker und die Packung wird nicht abgegeben. Das securPharm-System befindet sich bereits im Testbetrieb durch Pharma-Unternehmen, Apotheken und Großhändler.

© EB/aerzteblatt.de