aerzteblatt.de

Versicherte mit medizinischer Versorgung zufrieden

Freitag, 17. März 2017

Hamburg – Über 80 Prozent der gesetzlich Versicherten sind mit der medizinischen Ver­sorgung hierzulande zufrieden. Das ergab eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der Techniker Kran­ken­kasse (TK) und des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

„Dennoch nehmen sie deutliche Qualitätsunterschiede bei den Ärzten und Kranken­häusern wahr“, bilanziert WINEG-Direktor Andreas Meusch. Gut jeder Zweite der Befragten (53 Prozent) zweifelt an der Behandlungsqualität anderer Ärzte.

Zudem ergab die Analyse, dass ein Großteil der Versicherten bereit ist, für eine bessere Behandlung eigeninitiativ zu werden. So würden 73 Prozent der Befragten im Falle einer schweren Erkrankung den Arzt wechseln und 66 Prozent weite Anfahrtswege zu einem spezialisierten Krankenhaus oder zu einem spezialisierten Arzt in Kauf nehmen. „Die Befragungsergebnisse zeigen: Versicherte erwarten nicht nur eine schnelle und wirk­same Behandlung, sondern haben auch eine Vorstellung von bestmöglicher Qualität“, sagte Meusch.

Allerdings sehen viele Versicherte bei Informationsangeboten noch Luft nach oben. So wünschen sich 82 Prozent der Befragten verständlichere Qualitätsinformationen über Ärzte und Kliniken. Gut jeder Zweite (54 Prozent) sagt sogar, dass er keine Quelle kenne, bei der er sich objektiv über eine medizinische Leistung informieren kann – und kapituliert bei der Gesundheitsrecherche.

„Gerade das Thema Gesundheitsinformationen zeigt, dass Versicherte in ihrer Gesund­heitskompetenz gestärkt werden müssen – und dies angesichts der Recherche­möglich­keiten durch die neuen digitalen Medien noch drängender“, verwies der Direktor. Denn im Netz gebe es neben wissenschaftlich geprüften Inhalten auch unzählige unseriöse, veraltete oder interessengeleitete Informationen rund um das Thema Gesundheit.

© hil/sb/aerzteblatt.de