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Wenige Daten zu sozialer Ungleichheit und Lebenserwartung

Freitag, 17. März 2017

Berlin – Der Bundesregierung liegen laut eigenen Angaben nur wenige Daten zu den Auswirkungen sozialer Ungleichheit auf Sterblichkeit und Lebenserwartung vor. Wie die Regierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Links-Fraktion schreibt, gab es in den vergangenen 16 Jahren nur wenige „aussagekräftige Studien“ zu diesem Thema. Auch zur Frage, wie sich die sozialen Unterschiede im Krankheitsgeschehen der ver­gangenen Jahre entwickelten, gebe es wenige belastbare Untersuchungen.

Zugleich verweist die Regierung auf ihren Armuts- und Reichtumsbericht sowie die entsprechenden Auswertungen des dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium unter­stehen­den Robert-Koch-Instituts (RKI). Demzufolge gebe es einen „engen Zusammenhang zwischen der sozialen und der gesundheitlichen Lage“.

Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort weiter, dass aus einer Vielzahl von Studien hervorgehe, dass Arbeitslose kränker seien und sich dieses Problem mit Dauer der Arbeitslosigkeit weiter verschärfe. Zugleich hebt die Bundesregierung das im Juli 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz sowie die Arbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor. Diese nehme seit Jahren „besonders auch vulne­rable Bevölkerungsgruppen in den Blick“.

Die Obfrau für die Links-Fraktion im Bundestagsgesundheitsausschuss, Birgit Wöllert, kommentierte die Antworten der Bundesregierung mit den Worten: „Lebenserwartung und Gesundheit gehören für die allermeisten Menschen zum Wichtigsten, was zählt. Und seit zehn Jahren gibt es kaum Studien dazu und kaum Maßnahmen zur Verbesse­rung.“

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