aerzteblatt.de

Zika-Fälle gehen in Brasilien drastisch zurück

Donnerstag, 16. März 2017

Brasilia – Nach der dramatischen Zika-Epidemie im vergangenen Jahr haben sich die Fälle in Brasilien um mehr als 95 Prozent reduziert. Wie das Ge­sund­heits­mi­nis­terium mitteilte, lag die Zahl in den ersten beiden Monaten dieses Jahres nur noch bei 1.653 Infektionen – dabei handele es sich in 30 bestätigten Fällen um schwangere Frauen. Das von der Moskitoart Aedes aegypti übertragene Virus kann bei den Embryonen irreparable Schädelfehlbildungen auslösen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien 30.683 Zika-Fälle registriert worden.

Wegen der Epidemie mit Brasilien als Zentrum hatte die Welt­gesund­heits­organi­sation vor einem Jahr den Gesundheitsnotstand erklärt, Schwangeren wurde von Reisen in Zika-Gebiete abgeraten. Die Regierung in Brasilien schickte Zehntausende Soldaten in den Kampf gegen die Moskitos. Die ersten Monate des Jahres gelten wegen der tropischen Temperaturen im südamerikanischen Sommer als Monate mit der größten Moskitogefahr. Auch die Dengue-Fälle seien in den ersten beiden Monaten 2017 um knapp 90 Prozent zurückgegangen, hieß es.

Seit der Epidemie wurde viel zur Eindämmung der Moskitos unternommen. Die Bevöl­kerung wurde aufgerufen, zum Beispiel Wasserablagerungen zu eliminieren. Dort können die Mücken gut brüten. Gerade in den Armenvierteln ist das ein Problem, da sich dort zum Beispiel oft Abwässer sammeln oder die Müllentsorgung nicht funktioniert.

Der Hauptgrund für den Rückgang könnte sein, dass sich Menschen, die sich einmal infiziert haben, nach Erkenntnissen von Forschern nicht erneut anstecken können. Da sich im Laufe der Epidemie mehr als eine Million Menschen mit Zika infizierten, sind nun viele immun.

© dpa/aerzteblatt.de
Kommentare
kairoprax am Freitag, 17. März 2017, 07:35
Wir sind zu weit weg von Brasilien ...

... während z.B.bei uns gerade Frühling wird, beginnt dort der Herbst. Trotzdem, und gerade deswegen sollten wir ein wachsames Auge werfen auf das, was dort jetzt geschieht.
Seit dem letzten Jahr hat man die Stechmücken mit einer Readikalität ausgerottet, die rekordverdächtig sein dürfte.
Das hat prospektiv ein hohes Potential!
Die Zahl der Zika-Infektionen ist drastisch zurückgegangen.
Wenn jetzt auch die Zahl der Mikrozephalien ebenso deutlich sinkt, ist die Zika-Ätiologie praktisch bewiesen.
Wenn allerdings das nicht der Fall ist, muß man zwangsläufig andere Ursachen suchen, etwa den Zusammenhang zu den Pflanzengiften, welche lateinamewrikanische Ärzte als die eigentliche Ursache ansehen.
Sine Ira et Studio - wer schaut in den brasilianischen Kinderkliniken nach und zählt die Mikrozephaliefälle? Die WHO? Erneut Kollegen und Kolleginen aus Argentinien und Mexiko, die dann internationalk kein Gehör bekommen?