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Ärzte und Behörden warnen vor Schlafmitteln für Kleinkinder

Montag, 9. Januar 2017

München – Mediziner und Behörden warnen vor einem gefährlichen Trend: vor Schlaf­mitt­eln für Kleinkinder. „Es kann – auch in niedrigen Dosen – zum Atemstillstand kom­men“, sagte Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Ju­gend­ärzte (BVKJ). Außerdem könnten die Mittel, die auf das Gehirn wirken, abhängig machen.

Nach Einschätzung des bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums geben inzwischen immer mehr Eltern ihren Kindern Schlafmittel. Valide Zahlen dazu gibt es allerdings nicht. „Die­sen gefährlichen Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müss­en wir stoppen“, sagte Ministerin Melanie Huml (CSU) in München. Sie warnte vor „schwer­wiegenden gesundheitlichen Folgen für die Kinder“. Die Mittel könnten psychisch abhängig machen und innere Organe wie Leber und Niere schädigen.

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