NewsAuslandBrüssel will Unkrautvernichter Glyphosat für zehn Jahre zulassen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Brüssel will Unkrautvernichter Glyphosat für zehn Jahre zulassen

Mittwoch, 12. Juli 2017

/farbkombinat, stock.adobe.com

Brüssel – Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat soll nach dem Willen der EU-Kommission für weitere zehn Jahre in Europa zugelassen werden. Das geht aus dem Vorschlag der Brüsseler Behörde hervor. Die Behörde hatte den Schritt bereits im Mai angekündigt, allerdings jetzt erst einen detaillierten schriftlichen Vorschlag ausgearbeitet. Die Entscheidung darüber sollen Vertreter der EU-Staaten treffen, bevor zum Jahresende die aktuelle Zulassung ausläuft.

„Zehn weitere Jahre Glyphosat sind zehn Jahre zu viel“, sagte der Grünen-Bundestags­abgeordnete Harald Ebner. „Völlig unverständlich ist, warum die EU-Kommission nicht einmal die Privatanwendung des Ackergifts verbieten will. Auch die Nutzung von Glyphosat-Alternativen, wo immer das möglich ist, soll nicht Vorschrift werden.“ Er forderte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, innerhalb der Bundesregierung für ein Nein zu werben.

Anzeige

Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüll­ten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten. Die Substanz schädige indes ernst­haft die Augen und sei giftig für Organismen im Wasser.

Die EU-Kommission legt den nationalen Regierungen in ihrem Vorschlag nun nahe, die Glyphosat-Nutzung an Orten mit viel Publikumsverkehr zu minimieren. Dabei geht es etwa um öffentliche Parks, Sportplätze, Schulgelände, Kinderspielplätze oder die Außenanlagen von Krankenhäusern. Das Verbot bestimmter Beistoffe, die als Risiko für Menschen gelten (POE-Tallowamine), soll aufrecht erhalten werden.

Um Glyphosat auf europäischen Äckern hatte es im vergangenen Jahr eine monate­lange Hängepartie gegeben, weil die nötige Mehrheit für oder gegen die weitere Nutzung im Kreis der EU-Staaten nicht zustande kam. Vor rund einem Jahr genehmigte die EU-Kommission das Unkrautvernichtungsmittel für eine Übergangsfrist von 18 weiteren Monaten. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Oktober 2019
Frankfurt/Main – Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat nicht um jeden Preis klein beigeben. In den Verhandlungen über eine außergerichtliche
Bayer stellt Bedingungen für Glyphosat-Vergleich in USA
1. Oktober 2019
Brüssel – Im Streit um mögliche Gesundheitsgefahren durch den Unkrautvernichter Glyphosat sieht der Europäische Gerichtshof (EuGH) die derzeitigen EU-Schutzregeln als ausreichend an. Ein
EuGH stützt EU-Schutzregeln im Streit um Glyphosat
20. September 2019
Ottawa – Mysteriöse gesundheitliche Beschwerden von kanadischen und US-Diplomaten in Kuba gehen möglicherweise auf Pestizide zurück, die zur Insektenbekämpfung eingesetzt wurden. Das geht aus einer
Pestizide mögliche Ursache für kranke Diplomaten in Kuba
5. September 2019
Leverkusen – US-Anwälte haben im Auftrag von Bayer umstrittene interne Kritikerlisten auf den Prüfstand gestellt und dabei keine Hinweise auf illegales Verhalten festgestellt. Es ging um Listen des
Bayer-Bericht sieht keinen Hinweis auf illegale Praxis bei Monsantolisten
4. September 2019
Berlin – Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland zum Stichtag 31. Dezember 2023 verbieten. Dann läuft auch die Genehmigung in der
Bundesregierung will Glyphosatverbot ab Ende 2023
3. September 2019
Berlin – Angesichts der wachsenden Kritik in der Europäischen Union (EU) am Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat geht der Chemiekonzern Bayer auf seine Kritiker zu. „Wir können nachvollziehen und
Bayer will auf Glyphosatkritiker zugehen
30. August 2019
Berlin – Die Deutsche Bahn will weniger Glyphosat einsetzen. Im vergangenen Jahr wurden noch 57 Tonnen von dem umstrittenen Unkrautvernichter entlang der Gleise versprüht. Nächstes Jahr soll es noch
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER