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Studentische Behandlung von Kran­ken­ver­siche­rungs­losen stark nachgefragt

Mittwoch, 21. Juni 2017

Frankfurt am Main – Drei Jahre nach dem Start der sogenannten studentischen Poliklinik der Goethe-Universität Frankfurt betreuen die Beteiligten eine ständig wachsende Zahl von Patienten. Darauf hat Lukas Seifert, Assistenzarzt für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt, auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblatts hingewiesen.

„In den ersten sechs Monaten 2017 hatten wir 256 Patienten, davon 111 weiblich und 138 männlich. An Konsultationen 589 davon 257 weiblich und 302 männlich – also rund 100 Konsultationen pro Monat“, nannte Seifert jüngst erhobene Zahlen.

In der Poliklinik betreuen Medizinstudierende in den Räumen des Gesundheitsamts an zwei Nachmittagen pro Woche eine ärztliche Sprechstunde für Menschen ohne Kran­ken­ver­siche­rung. Die Vorgespräche führen jeweils ein erfahrener und ein neuer Studierender im Team. Die Anamnese begleitet ein Arzt, der auch über den weiteren Verlauf der Behandlung entscheidet. Seit Oktober 2016 unterstützen fünf Hausärzte mit Lehrauftrag des Fachbereichs Medizin das Projekt.

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Die Beratungsanlässe entsprächen dem normalen hausärztlichen Spektrum. „Eine Ausnahme bildet hier die Betreuung von Schwangeren, die wir im Rahmen eines stadtweiten Programms für ambulante Entbindungen mit übernehmen und dabei von zwei ehrenamtlichen Hebammen unterstützt werden“, so Seifert.

„Die studentische Poliklinik Frankfurt ist Bürgeruniversität im eigentlichen Sinne. Studierende leisten durch die ehrenamtliche hausärztliche Sprechstunde einen Beitrag zur medizinischen Basisversorgung in Frankfurt“, würdigte die für Lehre zuständige Vizepräsidentin der Goethe-Universität, Tanja Brühl, die Initiative, die als Wahlpflichtfach ins Curriculum integriert ist.

Da viele der Patienten auch psychosoziale Schwierigkeiten haben, kooperiert die studentische Poliklinik mit dem Fachbereich soziale Arbeit der Fachhochschule Frankfurt. Bei Bedarf erhalten die Mediziner auch Unterstützung durch Hebammen und Psychologen. Neben ihren Patienten profitieren auch die Studierenden von dem Projekt. Das Leistungsniveau seiner Teilnehmer in praktischen und theoretischen Tests sei deutlich höher als das ihrer Mitstudierenden, hieß es aus der Uniklinik.

Die Idee der studentischen Poliklinik geht auf die „Student-Run Free Clinics“ in den USA zurück, die bereits an rund 90 Prozent der US-amerikanischen medizinischen Fakultäten zu finden sind. Sie haben dort seit ihrem Aufkommen in den 1960er-Jahren eine wichtige Funktion in der Gesundheitsversorgung, da viele Amerikaner nicht versichert waren und, trotz Obamacare, noch nicht sind. © hil/aerzteblatt.de

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