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Medizin

HER2-positives Mammakarzinom: Tucatinib verbessert Überlebenszeiten

Freitag, 13. Dezember 2019

Brustkrebs, Mammakarzinom, Tumor Uploaded: 14.03.2017 17:30:28 by gießelmann

Houston – Der Tyrosinkinase-Hemmer Tucatinib, der die Weiterleitung von Signalen am HER2-Rezeptor blockiert, könnte die Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms verbessern. In einer Phase 2-Studie hat Tucatinib in Kombination mit Capecitabin und Trastuzumab das rezidivfreie Überleben und das Gesamtüberleben von austherapierten Patientinnen verlängert. Die Ergebnisse wurden auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1914609) publiziert.

Für das HER2-positive Mammakarzinom, das einen Anteil von 15 bis 20 % an allen Brustkrebserkrankungen hat, gibt es seit zwei Jahrzehnten eine gezielte Therapie. Der Antikörper Trastuzumab bindet am Rezeptor und verhindert dadurch, dass der epidermale Wachstumsfaktor die Tumorzellen zur Proliferation anregt.

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Eine additive Wirkung erzielt Tucatinib. Der Tyrosinkinase-Hemmer blockiert die Weiterleitung der Signale vom HER2-Rezeptor in die Zelle. Es liegt deshalb nahe, beide Medikamente zu kombinieren.

In der HER2CLIMB-Studie wurde die Kombination aus Tucatinib mit Trastuzumab mit einer alleinigen Trastuzumab-Behandlung verglichen. In beiden Gruppen wurden die Patienten zusätzlich mit Capecitabin behandelt.

An der internationalen Studie (mit deutscher Beteiligung) nahmen an 155 Zentren insgesamt 612 Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Mammakarzinom teil, die im Mittel bereits vier frühere Therapien erhalten hatten. Fast die Hälfte hatte Hirnmetastasen.

Unter der Dreifachkombination (Tucatinib plus Trastuzumab plus Capecitabin) vergingen im Durchschnitt 7,8 Monate bis zur erneuten Tumorprogression gegenüber 5,6 Monaten in der Vergleichsgruppe (Trastuzumab plus Capecitabin). Nach einem Jahr waren noch 33,1 % gegenüber 12,3 % ohne Tumorprogression. Rashmi Murthy vom MD Anderson Cancer Center in Houston und Mitarbeiter ermittelten eine Hazard Ratio von 0,54 für Krankheits­progression oder Tod. Sie war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,42 bis 0,71 hoch signifikant.

Die Überlebenszeit wurde durch die Dreierkombination von 17,4 auf 21,9 Monate verlängert. Nach zwei Jahren lebten noch 44,9 versus 26,6 % der Patientinnen. Die Hazard Ratio betrug hier 0,66 (0,50 bis 0,88).

Die Dreierkombination war auch bei den Patientinnen mit Hirnmetastasen effektiv. Nach einem Jahr waren noch 24,9 % der Patientinnen ohne erneute Tumorprogression gegenüber keiner einzigen in der Vergleichsgruppe (Hazard Ratio 0,48; 0,34 bis 0,69). Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 7,6 Monate gegenüber 5,4 Monate in der Vergleichsgruppe.

Ein Verlängerung des Gesamtüberlebens ist in Krebsstudien immer ein starkes Argument für eine Zulassung, die die Hersteller im ersten Quartal des nächsten Jahres beantragen will.

Für die Chance auf eine Lebensverlängerung um mehrere Monate müssen die Patientinnen einige Nebenwirkungen ertragen. Am häufigsten kam es zu Durchfall, Hand-Fuß-Syndrom (Erythrodysästhesie) Übelkeit, Müdigkeit und Erbrechen. Ingesamt 5,7 % der Patientinnen brachen deshalb die Therapie vorzeitig ab. © rme/aerzteblatt.de

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