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Künstliche Intelligenz kann Gastroenterologen bei der Darmkrebsvorsorge unterstützen

Dienstag, 8. Oktober 2019

Kateryna_Kon - stock.adobe.com

Berlin/Wiesbaden – Lernfähige Systeme der künstlichen Intelligenz (KI) haben ein großes Potenzial, um Gastroenterologen bei der Früherkennung von Krebserkrankungen des Ma­gen-Darm-Traktes zu unterstützen. Ein Beispiel dafür ist laut der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) die Identifika­tion von Polypen, die sich maligne verändern oder verändert haben, im Rahmen einer Darmspiegelung.

Ob sämtliche Polypen während einer Koloskopie gefunden werden, hängt der Fachge­sell­schaft zufolge unter anderem von Erfahrung und Aufmerksamkeit des untersuchenden Arztes ab. Hinzu kommt, dass sich nicht aus jedem Polyp Krebs entwickelt – viele der Wucherungen sind harmlos.

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Aktuell müssten diese sicherheitshalber trotzdem alle entfernt und im Labor analysiert werden. An dieser Stelle kommen laut DGVS KI-Systeme ins Spiel: Sie über­mitteln wäh­rend der Darmspiegelung Bilder aus dem Inneren des Darms in hundertfacher Vergröße­rung an einen Computer. Eine lernfähige Software sucht dann nach verdächtigen Wuche­rungen.

„Die diagnostische Genauigkeit („accuracy“), also die Fähigkeit des Systems, sowohl einen pathologischen, als auch einen nicht pathologischen Zustand jeweils als solchen richtig zu identifizieren und voneinander zu unterscheiden, lag dabei, zumindest unter Studien­be­dingungen, bei 96 Prozent – und dies in Echtzeit, also unmittelbar während der Unter­suchung“, erläuterte Ralf Jakobs, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der DGVS auf dem Kongress „Viszeralmedizin 2019“ Anfang Oktober in Wiesbaden.

Auch bei der Früherkennung anderer Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts liefern KI-Systeme laut DGVS vielversprechende Ergebnisse, zum Beispiel bei Tumoren der Spei­se­röhre (doi 10.1016/j.gie.2019.06.044) und bei Magenfrühkarzinomen (doi 10.1055/a-0855-3532).

„Die zunehmende Etablierung und Verbreitung dieser neuen Techniken bietet ein großes Potenzial, die Erkennungsquote von Krebsvorläufern und frühen Krebsformen des Magen-Darm-Trakts zu steigern – alles deutet darauf hin, dass damit die Vorsorge und Früher­kennung noch effektiver und besser werden wird“, sagte Jakobs.

In welchem Ausmaß die bessere Erkennung der überwiegend kleinen Krebsvorläufer durch KI auch zu einer weiteren Reduktion der Sterblichkeit führe, müssten jedoch Unter­suchungen der Zukunft zeigen, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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