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Medizin

Aufenthalt auf Intensivstation verändert die Darmflora nach wenigen Tagen

Freitag, 4. Oktober 2019

/sudok1, stockadobecom

Norwich – Der Aufenthalt auf einer Intensivstation ist mit einer deutlichen Veränderung der Darmflora verbunden. Den größten Einfluss hatte in einer Studie in Microbial Genomics (2019; doi: 10.1099/mgen.0.000293) der Einsatz des intravenösen Breitbandantibiotikums Meropenem.

Fast alle Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, erhalten Antibiotika. Im Queen Elizabeth Hospital in Birmingham setzen die Ärzte derzeit vor allem Piperacillin/ Tazobactam oder Meropenem ein. Die Behandlung erfolgt intravenös. Dennoch verändern die Antibiotika rasch die Darmflora, wie die Untersuchung eines Forscherteams um Mark Pallen vom Quadram Institute in Norwich zeigt.

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Bei 24 Patienten wurden täglich Stuhlproben gesammelt und mit der Schrotschuss-Sequenzierung („Shotgun Sequencing“) untersucht. Die Forscher konnten sich so einen Überblick über die Zusammensetzung der Darmflora verschaffen. Bei zwei Drittel der Patienten kam es innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Veränderung. Sie war durch einen Rückgang der Artenvielfalt und manchmal durch die Ausbreitung von potenziell pathogenen Keimen gekennzeichnet.

Am häufigsten breitete sich Enterococcus faecium aus. Das Bakterium ist im Darm in der Regel harmlos. Es kann jedoch schwere Infektionen verursachen, wenn es über intravenöse Kanülen in die Blutbahn gelangt. Solche Infektionen seien schwer zu behandeln und verlaufen häufig tödlich, schreiben die Forscher. Sie können nachweisen, dass sich die Bakterien auf der Intensivstation ausbreiten können. Ein Stamm infizierte gleich 3 andere Patienten.

Die Veränderungen traten bei den meisten Patienten nach der Gabe von Meropenem auf. Piperacillin/ Tazobactam hatte dagegen kaum Auswirkungen auf die Darmflora. Die Fallzahl der Studie war allerdings zu gering, um den Zusammenhang sicher zu beweisen. Unklar ist auch, ob die Veränderungen der Darmflora den Verlauf der Erkrankungen und die Sterblichkeit der Patienten beeinflusst haben. © rme/aerzteblatt.de

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