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Avatar #771555
am Samstag, 12. Oktober 2019 um 07:31

Fakten zur Impfung lassen sich nicht "anders interpretieren"

Das Ergebnis einer Meinungsumfrage hängt maßgeblich von der Formulierung der Frage ab. Solche Meinungsumfragen richtet sich an die Durchschnittsbevölkerung, nicht an informierte Experten. Wenn wesentliche Informationen im Rahmen einer Meinungsumfrage nicht erwähnt werden, dann kennen die meisten Befragten diese Informationen meistens nicht.

Selbst sogenannte Experten sind häufig in einer bestimmten Richtung voreingenommen.

Ein "Akademiker" zu sein bedeutet nicht, daß man mehr zum Thema Impfpflicht weiß als andere. Zwar sind auch Lehrer oder Ärzte von der Impfpflicht betroffen; insgesammt bedeutet Akademiker sein aber, daß man seltener in Berufen arbeitet, die von der Impfpflicht betroffen sind, also z.B. als Tagesmutter, Hausmeister, Krankenpfleger, Sprechstundenhilfe, Kindergärtner, Küchenhilfe oder Reinigungskraft. Doch es stimmt auch, daß Ältere weniger betroffen sind. Denn nur für nach 1970 geborene empfiehlt die STIKO eine Masernimpfung, und die STIKO-Empfehlung ist laut Gesetzentwurf maßgeblich für die Impfpflicht. Bei der Masernimpfung gibt es im übrigen keine "Auffrischungen" sondern eine zweite Impfung, mit der die Versager der ersten Impfung immunisiert werden sollen.

Ich habe bereits einige Details zur Masernimpfung erwähnt, ohne diese Informationen zu "interpretieren". Man könnte diese Informationen noch viel weiter ausführen. So vergaß ich die entscheidende und regelmäßig von der Mehrheit nicht begriffene Tatsache zu erwähnen, daß Säuglinge ein viel höheres Schadensrisiko durch einen Impfung als durch eine Masernerkrankung haben, weil sie nur in einem kurzen Zeitfenster vom Ende des Nestzschutzes im 3. Monat bis zu den Impfungen im 11. bzw. 15. Lebensmonat erkranken können.

An der Richtigkeit der von mir erwähnten "Informationen" gibt es keine begründeten Zweifel.
Avatar #103488
am Samstag, 12. Oktober 2019 um 22:53

Nutzen und Risiko

@ Rosenkohl:

Könnten Sie bitte erläutern, wie Sie zu der Bewertung kommen, "daß Säuglinge ein viel höheres Schadensrisiko durch eine Impfung als durch eine Masernerkrankung haben"?

Avatar #769631
am Sonntag, 13. Oktober 2019 um 22:01

Umfrage

Oder traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Reine Propaganda läuft in diesem Ärzteblatt-mehr nicht.
Avatar #771555
am Montag, 14. Oktober 2019 um 11:35

Risiko durch Masern und Impfung

Die Größenordnung des Risikos langjähriger Schäden durch Masern beträgt ca. 1:1.000 und durch Impfung ca. 1:1.000.000, vergl. z.B. https://www.bayerisches-aerzteblatt.de/inhalte/details/news/detail/News/masern-infektion-folgeerkrankungen-und-masern-impfung-bayern-zaehlt-zu-den-bundeslaendern-mit-den.html.

Im langjährigen Durchschnitt gab es seit 2003 in Deutschland ca. 1.000 Masernfälle pro Jahr. Z.B. war 2017 ein durchschnittliches Masernjahr mit 929 Masernfällen. Von diesen waren 202 Kleinkinder in den ersten beiden Lebensjahren (Epid. Bulletin 33/2018, S. 326), also ca. 22% aller Erkrankten.

Bei einer Jahrgangsstärke von ca. 800.000 ist das Masernrisiko für ungeimpfte Säuglinge im Alter 3-15 Monate somit höchstens 220/800.000=1:3.600 und das Schadensrisiko durch Masern somit höchstens 1:3.600.000, weniger als ein Drittel des Schadensrisikos durch Impfung 1:1.000.000.

Gleichwohl ist es für ein Individuum optimal, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu impfen:

Die durschnittliche Lebenserwartung beträgt ca. 80 Jahre.
Impft man z.B. Ende des ersten Lebensjahres, dann sind ca. 80 Lebensjahre durch Masernschaden und 79 Lebensjahre durch Impfschaden bedroht. Impft man stattdessen Ende des zweiten Lebensjahres, dann sind 80+79 Lebensjahre durch Masernschaden und 78 Lebensjahre durch Impfschaden bedroht. Impft man stattdessen Ende des dritten Lebensjahres, dann sind 80+79+78 Lebensjahre durch Masernschaden und 77 Lebensjahre durch Impfschaden bedroht, usw.

Somit wächst mit jedem Jahr in dem noch nicht geimpft worden ist die Zahl der durch das Risiko eines Masernschadens verlorenen oder beeinträchtigten Lebensjahre fast proportional an, während die Zahl der durch das Risiko eines Impfschadens bedrohten Lebensjahre nur langsam sinkt.

Demnach ist paradoxerweise eine möglichst frühe Impfung für das Individuum optimal, andererseits überweigt zu diesem frühen Zeitpunkt daß Impfrisiko das Masernschadensrisiko noch stark.

Der Grund warum es zu dieser Situation kommt ist, daß Eltern nicht möchten daß ihre Kinder krank werden und daher hinreichend viele Kinder früh geimpft werden, wodurch eine Herdenimmunität zustande kommt.

Die Bedeutung bzgl. Masernimpfpflicht besteht darin, daß Befürworter sich in einen Widespruch verickeln wenn sie einerseits eine Impfpflicht mit mit den vermeintlichen Schutz für Kleinkinder begründen wollen, wobei übrigens noch gar nicht nachgewiesen ist, daß eine Impfpflicht auch zu weniger Erkrankungen bei Kleinkindern führen würde; andererseits die gleichen Impfpflichtbefürworter das ungleich größere Impfschadensrisiko als vernachlässigbar bezeichnen.

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