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Ärzteschaft

Onkologen fordern bessere Verknüpfung von Versorgung und Forschung

Montag, 1. Oktober 2018

Wien – Mehr vernetzte Forschung und eine stärkere Integration von klinischer Forschung und Patientenversorgung fordert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zusammen mit ihren Österreichischen und Schweizerischen Partnergesellschaften im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung, die noch bis zum 2. Oktober 2018 in Wien stattfindet.

Immuntherapien und andere gezielte Krebsbehandlungen, die sich an den indivi­duellen genetischen Eigenschaften des jeweiligen Tumors orientieren, seien ein Segen für viele Patienten, hieß es aus den Fachgesellschaften. Zugleich bedeuteten sie eine Herausforderung insbesondere für die klinische Forschung. Denn klinische Studien müssten immer häufiger auf bestimmte, oft kleine Subgruppen von Patienten zugeschnitten werden.

Klinische Studien besser zentrenübergreifend koordinieren

„Die Entwicklung zu immer mehr Subgruppen kann dazu führen, dass ein Zentrum, das an einer klinischen Studie zur Wirksamkeit eines neuen Arzneimittels teilnimmt, heute weniger Patienten in eine entsprechende Studie einbringen kann“, sagte der Präsident der österreichischen Fachgesellschaft, Andreas Petzer vom Ordensklinikum Linz. „Wir müssen deswegen Netzwerkstrukturen weiter ausbauen und klinische Studien besser zentrenübergreifend koordinieren, um unseren Patienten auch künftig frühzeitig innovative neue Therapieoptionen zur Verfügung stellen zu können“, betonte er.

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Einen weiteren Ansatz brachte der geschäftsführende Vorsitzende der DGHO, Michael Hallek vom Universitätsklinikum Köln, in die Diskussion. Er plädierte für eine stärkere Verquickung von klinischer Forschung und Versorgungsforschung. Die DGHO spricht von einer „wissensgenerierenden Versorgung“. Bei diesem Ansatz ist letztlich jede Behandlung auch gleichzeitig klinische Forschung, bei der die in der Onkologie Tätigen Daten zum Therapieansprechen, zum langfristigen Outcome und zu unerwünschten Wirkungen unmittelbar auswerten.

Register mit Versorgungsdaten fehlen in Europa

Eine der Voraussetzungen für einen solchen Paradigmenwechsel seien umfassende Patientenregister, die in Echtzeit oder zumindest sehr zeitnah analysiert werden könnten. „Das kann nur bei konsequenter, einrichtungsübergreifender und intelligent standardisierter Digitalisierung der Versorgungsdaten gelingen. Entsprechende Netzwerke und Register befinden sich in den USA bereits im Aufbau und sollten auch in Europa zügig umgesetzt werden“, hieß es aus der DGHO.

© hil/aerzteblatt.de

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