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Urologe, Homöopath und Schachspieler

Montag, 21. November 2016
Urologe, Homöopath und Schachspieler

So präsentierte die Sendung „alpha-forum“ im Fernsehkanal ARD-alpha am 21. Oktober um 20.15 Uhr den Arzt Ulrich Zenker im 45-minütigen Gespräch mit Markus Kampp. 
Übrigens können Sie sich das Ganze unter dem Link http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/ulrich-zenker-sendung-100.html noch einmal anschauen, wobei in lebendigem Austausch sowohl die Medizin als auch – vor allem – das Schachspiel zu Ehren kommen.

Ulrich Zenker wird als verheirateter Arzt mit vier Kindern vorgestellt, der in der Nähe Münchens lebt und dessen große Passion das Schachspiel ist. Und der es auf eine Liste der 500 besten Ärzte der Region geschafft hat (Anmerkung: Wobei ihm dies im Schach auch leicht gelänge). Diese Nominierung geht auf eine Empfehlung von Kollegen zurück, die teilweise selbst bei ihm in Behandlung sind, und liegt seiner Meinung nach wohl daran, dass er außer der Schulmedizin auch noch Homöopathie und Naturheilverfahren anwende, also ein ganzheitliches Konzept anbieten könne.

Ulrich Zenker fehlt bei der Schulmedizin die individuelle Herangehensweise an den Men­schen, wobei selten die Ursache der Krankheit, meist nur die Symptome behandelt werden. Die Ursache kann dabei in der Biographie des Patienten oder in dessen Lebens­weise, wie beispielsweise falscher Ernährung, ungenügendem Schlaf, psycho­logischen Probleme und so weiter begründet sein, wobei durchaus auch die Genetik eine Rolle spielen kann.

Zu seiner Passion, dem Schachspiel, sagt Ulrich Zenker: „Schach hat mich mein Leben lang begleitet und fördert zweifellos Eigenschaften, die man auch im Arztberuf braucht.“ Wie die objektive Beurteilung einer Situation, die man im Schach spielerisch erlerne. Die Erfahrung, in Zeitnot blitzschnell Entscheidungen fällen zu müssen, könne durchaus helfen, bei einer plötzlichen Verschlechterung im Krankheitsbild nicht in Panik zu gera­ten. 

Man kommt dann auf die Deutschen Ärzteschachmeisterschaften zu sprechen, wobei übrigens am Wochenende vom 31. März bis 2. April 2017 in Bad Homburg schon die 25. ausgetragen wird, also quasi die „Silberhochzeit“ zwischen den Ärzten und dem Schach­spiel. In kleinerem Rahmen gibt es ansonsten nur noch die Lehrer­schach­meister­schaf­­ten, während beispielsweise die der Juristen schnell wieder „eingeschlafen“ sind.

Laut Ulrich Zenker brauche man zum Schachspiel, ebenso wie beim Erlernen eines Instruments, vor allem Geduld und Eifer (Anmerkung: Auch das ist in der Medizin nicht verkehrt.), Schach zu lernen gehe nicht in zwei Tagen und auch nicht in zwei Monaten. Auch hierzu eine kleine Anmerkung: Es sei denn, man heiße Donald Trump, der bei einer Begegnung mit dem amerikanischen Großmeister Paul Benkö meinte: „Wenn ich Schach für ein oder zwei Jahre studierte, wäre ich auch Großmeister.“

Für Ulrich Zenker liegt die Faszination des Schachspiels in der guten Mischung aus Krea­tivität, Wissenschaft und Sport, wobei das Spiel durch die Schachuhr und die Turnier­bedingungen zum Sport wird. Schon im Mittelalter habe das über 1.500 Jahre alte Schach zu den sieben Tugenden eines Ritters gehört und besitze großes Ansehen in der Bevölkerung.

Auch deshalb gibt Ulrich Zenker Schachkurse für Kinder und Jugendliche, wobei interes­santerweise die Springer bei fast jedem Mädchen wegen ihrer Leidenschaft für Pferde dessen Lieblingsfiguren sind.

Zum Schluss der Sendung kommt noch Zenkers besondere Leidenschaft zur Sprache: Schach 960, bei dem im Unterschied zum klassischen Schach die Aufstellung der Figu­ren auf der Grundreihe jeweils ausgelost wird. Dies ergibt insgesamt 960 Möglichkeiten. 
Zenker: „Das hat den großen Vorteil, dass man keine Eröffnungen mehr lernen muss. Man kann sich hinsetzen und gleich mit dem kreativsten Teil des Schachspieles begin­nen, nämlich mit dem Mittelspiel.“

Doch Ulrich Zenker kann auch noch sehr gut „normal klassisch“ spielen, was er am Spitzenbrett der Schachunion Ebersberg-Grafing immer wieder bekundet.

Sehen Sie, wie er heuer als Weißer im Kampf der Bezirksliga gegen Werner Dür von der Schachgesellschaft Pang-Rosenheim in siegreichen Vorteil kam, obwohl dieser mit Tf8-e8 seinen König in der Mitte „handfest“ mit Matt bedrohte?

Diagramm

(wKe2, Td1, Tf1, Sb5, Sd2, Ba2, c4, f2, g3, h2;

sKg8, Td3, Tf8, Lf6, Sc5, Bb6, f7, g6, h7)

Lösung zeigen

Nach dem überraschendem Springerzug 1.Se4! (mit der Lieblingsfigur der Mädchen!) stand Weiß auf Gewinn, weil 1...Sxe4 an 2.Txd3 mit Qualitätsgewinn scheitert.

Schwarz versuchte noch 1...Txd1 2.Sxf6+ Kg7 3.Txd1 Kxf6, stand aber nach 4.Td6+ Ke7 5.Txb6 mit zwei Bauern weniger klar auf Verlust und musste sich nach noch länge­rem Widerstand geschlagen bekennen.

Pulcher am Mittwoch, 23. November 2016, 18:13
Trump
Biographisches über Kollegen, die schachspielen, gehört doch immer wieder zu meiner Lieblingslektüre.

Auch den Kommentar zu Donald Trump fand ich bezeichnend, für die Hybris Trumps.
Claus-F-Dieterle am Dienstag, 22. November 2016, 12:33
"Ganzheitliches Konzept"
Für mich gehört dazu der in der Bibel bezeugte, lebendige Gott, denn ER spricht in 2.Mose 15,26: "Ich, der HERR, bin euer Arzt!" Jesus Christus kann Wunder vollbringen, aber auch durch Ärzte, andere Therapeuten und Medikamente handeln.
Christen erleben nahezu unglaubliche Heilungswunder - tagtäglich. Darüber wird in dieser
Sendung mit Ärzten und Patienten gesprochen...:
http://www.bibeltv.de/mediathek/video/389/
Und zur im Artikel erwähnten Homöopathie: Samuel Hahnemann war überzeugt, dass Gott ihm die Einsicht für seine Homöopathie verlieh und bezeichnete sie als große Gabe Gottes (s. Diss. Jörg Große-Onnebrink: Der Gottesbegriff bei Samuel Hahnemann, Seite 60 und 94.