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Pendler: Verzicht auf das Auto macht schlanker

Montag, 31. Oktober 2016
Pendler: Verzicht auf das Auto macht schlanker

Autos machen träge. Arbeit, Einkaufen, Freizeit. Alle Wege lassen sich bequem mit dem PKW zurücklegen. Auch vor den Fitnesszentren gibt es heute Parkplätze. Für viele Erwachsene ist der Weg in die Garage die längste Strecke, die sie am Tag zurücklegen müssen. Für einige ist dies bereits ein beschwerlicher Gang, da sie über die Jahre immer mehr an Gewicht zugelegt haben.

Wenn sie statt in die Garage zur nächsten Bushaltestelle oder zur U-Bahn gingen, wäre dies ein erster Schritt für eine bessere Gesundheit. Dies zeigt eine Auswertung der UK Biobank-Studie. Dort wurden 6.000 Erwachsene im erwerbstätigen Alter im Abstand von vier Jahren zweimal gefragt, wie sie zum Arbeitsplatz gelangen.

Einige waren während dieser Zeit vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen. Dies wurde durch eine Abnahme des Body-Mass-Index (BMI) um 0,3 kg/m2 belohnt. Bei den Teilnehmern, die sich ein Auto zugelegt hatten, war der BMI um 0,3 kg/m2 gestiegen. Der Unterschied mag gering erscheinen. Aber bei einem 40-jährigen Berufsleben würde sich der Unterschied immerhin auf 3 kg/m2 summieren. Und der Weg zur Bus/Bahn-Haltestelle könnte ja nur der erste Schritt sein. Als nächstes könnte der Umstieg auf ein Fahrrad (nein kein E-Bike) erfolgen.

Der zusätzliche Kalorienverbrauch ist deutlich höher und der Einfluss auf den BMI könnte ausgeprägter sein. Auch das Treppenhaus im Bürogebäude ist eine gute Chance, die selten genutzt wird. Die UK Biobank-Studie zeigt, dass auch kleine Änderungen des Lebensstils eine Wirkung haben können. Man muss es nur wollen.