aerzteblatt.de

Vorbereitung auf die Nachtdialyse

Donnerstag, 9. Juni 2016
Vorbereitung auf die Nachtdialyse

Noch vor kurzem ging Paul Behrend davon aus, dass ihm möglicherweise „eine lebenslange Dialyse ins Haus steht“. Doch inzwischen gibt es Entwarnung. Sein Transplantationszentrum teilte ihm mit, dass er ohne eine weitere erforderliche Maßnahme wieder auf der Transplantationsliste steht.

Darüber freut sich Behrend sehr: „Das Gefühl, bis an mein Lebensende immer Dialyse machen zu müssen, hat mich schon ganz schön niedergeschmettert. Das könnte mir zwar immer noch passieren, aber ich habe wieder eine neue Chance.“

Seit dem Schlaganfall habe er einfach keine Lust mehr, sich ständig am Riemen zu reißen. „Vor allem, was das Trinken angeht, habe ich große Probleme, mich zu disziplinieren“. So dürfe er eigentlich am Wochenende zweieinhalb Liter Wasser trinken. „Nach dem Wochenende hatte ich in letzter Zeit aber immer vier bis fünf Liter Flüssigkeit, die innerhalb von fünf Stunden raus mussten.“ Dabei habe jedoch sein Kreislauf nicht mitgemacht, „so dass ich immer bis mittwochs etwas mitnehmen musste und nur ein kurzes Intervall bis Freitag hatte, das relativ normal war.“

Er habe seine Dialyse deshalb bereits seit einiger Zeit auf sechs Stunden verlängert und beabsichtigt jetzt, wieder mit der Nachtdialyse zu beginnen, die er wegen chronischen Schlafmangels abgebrochen hatte. „Ich muss noch ein bisschen mit mir ringen, weil ich die Nachtdialyse in ganz übler Erinnerung habe. Aber jetzt arbeite ich ja nicht mehr und kann sie vielleicht mit einem besseren Schlafrhythmus verbinden“, hofft Behrend.