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Verzicht aufs Autofahren

Donnerstag, 3. Dezember 2015
Verzicht aufs Autofahren

Bei Paul Behrend gibt es zurzeit keine großen gesundheitlichen Veränderungen. Seine Nephrologin hat im Transplantationszentrum noch einmal nachgefragt, ob weitere Untersuchungen für eine eventuelle Transplantation erforderlich sind. Doch das sei nicht der Fall. „Ich bin ganz normal auf der Warteliste.“

Jetzt steht Behrend aber vor einem neuen Problem: Er habe von seiner Rehabilitations­klinik ein neurologisches Gutachten erhalten, in dem ihm bescheinigt wurde, dass er Auto fahren könne und dürfe. Es wurde ihm jedoch empfohlen, eine Fahrprobe beim TÜV zu absolvieren. „Ich habe einige Fahrstunden genommen, weil ich lernen musste, mit dem linken Fuß einen Automatikwagen zu fahren.“ Die Fahrprobe beim TÜV habe er dann problemlos bestanden. „Das alles hat mich mehrere hundert Euro gekostet.“

Er habe daraufhin die Unterlagen an das Straßenverkehrsamt geschickt. „Und die sorgten dann für eine Überraschung, indem sie noch etliche weitere Gutachten anforderten, weil ich Dialysepatient bin“, berichtet Behrend. Und das ist für ihn „ganz furchtbar“. Die Vorstellung, dass er in diesem Jahr noch mal Auto fahren könne, habe er inzwischen aufgegeben, meint er resigniert. „Dabei möchte ich gern mal wieder Brötchen kaufen oder überhaupt mal aus dem Haus kommen.“ Schließlich könne er zurzeit auch nicht mehr als 200 Meter am Stück gehen. „200 Meter. Da kann ich unser Haus immer noch sehen.“

Aufgrund der Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung müsse er sich jetzt noch eine verkehrsmedizinische Stellungnahme von einem dafür zugelassenen Arzt einholen, die ihm seine Fahrtüchtigkeit bescheinige.

Aber es gibt auch Positives zu vermelden. Die Weihnachtstage liegen für Behrend in diesem Jahr so günstig, dass er erst am zweiten Weihnachtstag zur Dialyse muss. „Auf diese Weise kann ich richtig essen und trinken, und mit meiner Familie schön feiern. Das Gleiche gilt auch für Silvester und Neujahr“, freut er sich.