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Gestationsdiabetes färbt auf Väter ab

Mittwoch, 19. August 2015
Gestationsdiabetes färbt auf Väter ab

Ein Diabetes in der Schwangerschaft ist nicht nur für die betroffene Frau häufig ein Vorbote für einen späteren Typ 2-Diabetes. Auch für den Ehepartner sollte die Erkrankung seiner Frau eine Mahnung sein, den Lebensstil zu ändern. 

Frauen haben nach einem Gestationsdiabetes ein siebenfach erhöhtes Risiko, an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken, der seine Ursache häufig in Übergewicht und Bewegungs­mangel hat. Diesen Lebensstil teilen viele Frauen mit ihren Ehemännern. Ein Typ 2-Diabetes kann deshalb schnell zu einer Familien-Angelegenheit werden.

Ehepartner-Diabetes nennt dies die Expertin Kapern Dasgupta von der McGill University in Montreal, die das Phänomen zuletzt in einer Meta-Analyse untersucht hat (BMC Medicine 2014, 12:12). Ein Warnhinweis für den bevorstehenden gemeinsamen Typ 2-Diabetes kann ein Gestationsdiabetes der Frau sein.

Das Diabetesrisiko des Mannes ist danach zwar längst nicht so hoch wie das der Frau. Dasgupta ermittelt jedoch in einer Kohortenstudie eine Hazard Ratio von 1,33, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,24 bis 1,43 signifikant war. Für den Ehemann gibt es deshalb gute Gründe, nicht nur an der Schwangerschaftsgymnastik vor der Geburt, sondern auch an einer Ernährungsberatung danach teilzunehmen.