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Fortbildung Schmerztherapie

Dienstag, 10. März 2015
Fortbildung Schmerztherapie

Es sind wieder einige Fortbildungen vergangen, in denen ich viel gelernt habe. In der Chirurgie hatte ich eher den Eindruck, dass Lehre für Ärzte lästig ist und hingenommen werden muss, wenn man an einem Universitätsklinikum arbeitet. Aber die Anästhesisten scheint das nicht zu stören, eher im Gegenteil. Ich glaube, dass sie sich freuen, wenn sie anderen etwas beibringen können.

Die letzten Fortbildungen haben mir daher sehr gut gefallen, vor allem, weil sie sehr anschaulich waren, und wir selbst mitmachen durften. Nach unserem Termin über Medikamente in der Anästhesie war dann Schmerztherapie an der Reihe.

In dieser Fortbildung brachte uns der Arzt einige Applikatoren für Opioide mit. Im ersten Moment dachte ich, er hätte ein Nasenspray für Schnupfen dabei. Dann stellte sich aber heraus, dass es sich um eine Vorführsprühflasche handelte, um zu demonstrieren, wie man ein Schmerzmittel über die Nasenschleimhaut aufnehmen kann, wenn es keine anderen Wege gibt. Eine andere Möglichkeit sieht wie ein Lolli aus, der dann unter die Zunge gelegt wird. Alles in allem waren die Pharmaunternehmen in dieser Hinsicht sehr erfinderisch, was die Schmerzbehandlung betrifft.

Ich finde es gut, dass man ein stärkeres Bewusstsein dafür schafft, dass Schmerz auch eine Therapie verdient und nicht nur akzeptiert werden muss bis man geheilt ist. Gerade chronische Schmerzen werden ja immer häufiger und das verlangt nach neuen Methoden. Auch in unserem Stundenplan ist seit einem Jahr das Fach Schmerzmedizin fest integriert und als Pflichtvorlesung vorgesehen, vielleicht sogar zu Recht, weil es in andere Vorlesungen keinen richtigen Platz findet.