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Mammakarzinom: Bei Strahlentherapie bitte tief einatmen

Dienstag, 6. Januar 2015
Mammakarzinom: Bei Strahlentherapie bitte tief einatmen

Die Radioonkologen haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um Frauen mit linksseitigem Mammakarzinom vor einer Strahlenbelastung des Herzmuskels zu schützen. Eine effektive Methode ist die Bauchlagerung der Patientin auf einer speziellen Liege, die vor allem bei einer großen Brust den Abstand von der Thoraxwand erhöht.

Auch die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und die akzelerierte Teilbrust­bestrahlung bieten High-Tech-Möglichkeiten, das Bestrahlungsfeld auf die Brustdrüse zu fokussieren. Eine weitere einfache Lösung könnte die wiederholte tiefe Inspiration der Patientin während der Strahlentherapie sein.

Ein schwedischer Hersteller hat hierzu ein Hilfsgerät konstruiert, mit dem die Patientin einzelne Atemzüge bei einer bestimmten Inspirationsposition für etwa 20 Sekunden unterbrechen können, um die Bestrahlung auf diese Intervalle zu beschränken.

Radioonkologen der Thomas Jefferson University haben die Technik bei 86 Patientinnen mit linksseitigem Mammakarzinom getestet. Ihre Berechnungen ergaben, dass die mediane Strahlenbelastung des Herzmuskels um 1,7 Gray oder 62 Prozent gesenkt wurde.

Nach 81 Monaten betrug die Acht-Jahresrate auf ein Lokalrezidiv nur 7 Prozent. Das krankheitsfreie Überleben betrug 90 Prozent und die Gesamtüberlebensrate 96 Prozent, was auch für das Mammafrühkarzinom sicherlich ein exzellentes Ergebnis ist, auch wenn die Evidenz mangels Vergleichsgruppe nicht abschließend beurteilt werden kann.