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Vorstellung von Patienten kostet Krankenkassen ein Vermögen

Donnerstag, 18. September 2014
Vorstellung von Patienten kostet Krankenkassen ein Vermögen

„Das ist ein Patient…“. Mit diesen Worten beginnt alltäglich im deutschsprachigen Ärzteraum beinahe jede Patientenvorstellung. Nun reden wir - vor allem bei Röntgen­besprechungen – nahezu ausschließlich über Patienten. Mich wundert es sehr, dass noch keinem meiner bisherigen Chefärzte der Kragen geplatzt ist. Vor allem dann, wenn es läuft wie bei einigen meiner Kollegen. Diese machen nämlich hiernach eine Pause (vermutlich zum Nachdenken), sodass man genug Zeit hat anzunehmen, hiermit wäre bereits alles gesagt. Genug Zeit aber, um ihnen ins Wort zu fallen und um die Ohren zu hauen: „Das wissen wir bereits! Erzähl uns endlich, worum es geht!!!“.

Wenigstens in einer der Kliniken, in denen ich bisher gewesen bin, könnte es sein, dass der Chef (der auch ansonsten ganz eigen war) dies bereits vor Jahren ausgemerzt hatte. Dort sagte man nur die Nummer der jeweiligen Station, wenn die Rede von einem Patienten war. Nur auf Nachfrage durfte weiteres erwähnt werden. Aber bitteschön kurz gefasst (so wie etwa: „OP heute“)! Dafür waren die Besprechungen kurz und alle früher daheim.

Eigentlich ein Wahnsinn, wieviel Arbeitszeit jeden Tag unnötigerweise durch den Satz "Das ist ein Patient..." generiert (oder vernichtet?) wird.

Kann ja noch ein paar Chefs testen, bis endlich mal einer dazwischen haut ;-)

Euer Anton Pulmonalis

P.S.: In meiner aktuellen Klinik übrigens gibt es erst gar keine Besprechungen. Auch seltsam irgendwie...

Threshold am Freitag, 26. September 2014, 10:32
Schade
Schade, ich las Ihre Stilblüten aus dem Medizinerdschungel immer ganz gern.

Mit freundlichen Grüßen!
dr.med.thomas.g.schaetzler am Sonntag, 21. September 2014, 19:47
"Das ist ein Patient ...
namens Anton Pulmonalis von Station P 4, vermutlich in einem Stadium fortgeschrittener Logorrhoe, der, wie er selbst schreibt, bei der Patientenvorstellung seinem Chefarzt am liebsten immer "ins Wort zu fallen und um die Ohren zu hauen" bereit sein mochte: „Das wissen wir bereits! Erzähl uns endlich, worum es geht!!!“, rief er wohl lauthals, bevor seine Assistentenstelle wieder wechselte.

Von sich selbst berichtet er mit unnachahmlichem Mutterwitz: "Mich wundert es sehr, dass noch keinem meiner bisherigen Chefärzte der Kragen geplatzt ist". Dabei hatte er doch mal einen "Chef (der auch ansonsten ganz eigen war)"..."Dort sagte man nur die Nummer der jeweiligen Station...und z. B. "OP heute".

N a c h der Operation hätten dann alle vielleicht raten können, um welchen Patienten mit welchen Krankheitszeichen es sich denn nun gehandelt haben könnte, denn die Stationsnummer war ja immerhin richtig? Weil wir damit aber in ein "schwebendes Verfahren" eingreifen würden, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist meine Blog-Kommentar-Märchenstunde zu "DR. WERDEN IST NICHT SCHWER..." nun leider zu Ende.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund