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Gehirnerschütterungen beim Fußball: FIFA-Regeln in der Kritik

Mittwoch, 16. Juli 2014
Gehirnerschütterungen beim Fußball: FIFA-Regeln in der Kritik

Mindestens zweimal während der Fußballweltmeisterschaft wurden die Zuschauer Zeugen medizinischer Fehlentscheidungen. Christoph Kramer und Alvaro Pereira waren nach einem Zusammenprall zunächst am Boden liegen geblieben. Später wirkten sie benommen und desorientiert. Beide hätten aus medizinischer Sicht vom Platz genommen werden müssen. Die FIFA-Regeln “recognise and remove” sehen dies auch vor. Kramer spielte jedoch noch etwa zehn Minuten bis zu seiner Auswechselung weiter, Pereira widersetzte sich sogar erfolgreich der Anordnung des Mannschaftsarztes.

Die Spielergewerkschaft FIFPro fordert deshalb zu Recht, dass ein unabhängiger Arzt am Spielfeldrand darüber entscheiden sollte, ob ein Spieler nach einer Kopfverletzung weiter spielen darf. Mannschaftsärzte geraten schnell in einen Gewissenskonflikt und die Begeisterung für das eigene Team kann schnell zu Fehlentscheidungen führen.