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FC Prostata besiegt Testosteronmangel

Freitag, 20. Juni 2014
FC Prostata besiegt TestosteronmangelJeder Mann kann Fußball spielen, lautet die Devise von Peter Krustrup. Erst vor wenigen Tagen hatte der Sportmediziner der Universität Kopenhagen in einer Studie gezeigt, dass Senioren über 70 auf dem Rasen Ausdauer und Gleichgewichtssinn verbessern können. In einem weiteren Projekt schickte er 57 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs aufs Feld. Alle Patienten standen unter den Auswirkungen einer Hormonbehandlung (Androgendeprivation), die das körpereigene Testosteron ausschaltet. Zu den Folgen dieser chemischen Kastration gehört ein Rückgang der Muskelmasse.

Die beste Gegenmaßnahme besteht für Krustrup in einem hoch-intensiven Intervalltraining: 12 Mal traf sich der „FC Prostata“ einmal die Woche auf dem Grün des Zentrums für Mannschaftsport und Gesundheit der Universität Kopenhagen. Für eine Stunde kickten die Patienten im Alter von 43 bis 74 Jahren, wobei Kardiologen der Gentofte Klinik darauf achteten, dass niemand sich übernahm.

Am Ende hatten die Patienten nicht nur die Muskelmasse erhöht (plus 0,5 kg), die Muskelkraft gesteigert (plus 8,9 kg) und die Atemkraft gestärkt (VO2max plus 1,0 ml/kg/min). Auch die psychischen Folgen des Hormonentzugs wurden gemildert: Die Patienten hätten den Stolz auf ihren Körper wiedergewonnen, einen Teamgeist entwickelt und sich gegenseitig Mut gemacht, berichtet die Psychologin Julie Midtgaard, die das Projekt begleitet hat.