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Gesang macht Parathyreoidektomie sicherer

Montag, 30. Juni 2014
Gesang macht Parathyreoidektomie sicherer

Dass Chirurgen der Henri Mondor-Klinik in Paris sich während ihrer Arbeit durch Musik unterhalten lassen, wäre sicher keine Pressekonferenz wert, wenn der Gesang nicht von der Patientin gekommen wäre. Das Team um Giles Dhonneur hatte bei der in Frankreich bekannten Musikerin Alama Kanté eine Parathyreoidektomie durchgeführt. Zu den Komplikationen dieses Eingriffs zählt eine Beschädigung des Nervus laryngeus recurrens, die eine Stimmbandlähmung zur Folge hätte, was für jeden Sänger das Ende der Karriere bedeuten würde.

Die Chirurgen hatten der Kanté deshalb vorgeschlagen, den Eingriff in Lokalanästhesie durchzuführen. Um sich von etwaigen Schmerzen abzulenken erhielt die Patientin über die Kopfhörer eine Hypnose. In den entscheidenden Phasen der Operation sollte sie ihre Stimme benutzen, damit die Chirurgen bemerkten, wenn sie dem Stimmbandnerven zu nahe kamen. Die Operation fand bereits am 3. April statt und die Sängerin hat sich vollkommen erholt. Die Pressekonferenz nutzte sie der französischen Presse zufolge, um für ihr neues Album zu werben.