aerzteblatt.de

Schädel-Hirn-Trauma: Akademiker erholen sich häufiger

Freitag, 25. April 2014
Schädel-Hirn-Trauma: Akademiker erholen sich häufiger

Akademikern kommt nach einem Schädel-Hirn-Trauma möglicherweise ihre durch lebenslanges Lernen erworbene kognitive Reserve zugute. Ihre Chancen, die Verletzung ohne Folgen zu überstehen, waren in einer einer US-Studie deutlich höher als bei Patienten mit niedrigerem Ausbildungsniveau. Von den Patienten, die die High School ohne Abschluss verlassen hatten, erholten sich nur 9,7 Prozent innerhalb eines Jahres. Bei den Patienten mit einer 12- bis 15-jährigen Schulausbildung stieg der Anteil der DFR (disability-free recovery) auf 30,8 Prozent und unter den Patienten mit 16 oder mehr Jahren schulischer und akademischer Bildung waren es fast 40 Prozent, wie Eric Schneider von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore berichtet. Eine retrospektive Studie ist sicherlich nicht frei von Verzerrungen. So ist denkbar, dass Akademiker aufgrund ihres höheren Einkommens eine bessere Reha-Behandlung erhalten. Ein günstiger Einfluss eines intensiven Hirntrainings konnte laut Schneider jedoch auch bei Morbus Alzheimer-Patienten nachgewiesen werden.