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Wenn Krankenhauskonzerne sich im Ton vergreifen

Donnerstag, 20. März 2014
Wenn Krankenhauskonzerne sich im Ton vergreifen

Vor geraumer Zeit las ich ein Spiegel-Zitat, das für ein wenig Aufruhr sorgte: „Gehen Sie doch mal nachmittags in ein Krankenhaus und besuchen Sie einen Angehörigen, dann sehen Sie das Schwesternzimmer, an dem eine Schild hängt mit der Aufschrift `Übergabe´. Wenn Sie die Tür öffnen, sehen Sie, wie sie Kaffee saufen", lauten die Worte, mit denen der Gründer einer privaten Klinikkette  zitiert wurde.

Nun habe ich Erfahrung mit solchen Kliniken. Es ist tatsächlich beinahe so, dass man als Angehöriger besser nur zur Übergabe auf Schwestern hofft. Denn in der übrigen Zeit sind sie wie in so vielen Krankenhäusern unentwegt auf den Beinen, weil die Personaldecke so knapp gefahren wird, dass außerhalb der Übergabe keine Zeit für Wasser, Kaffee geschweige denn Angehörige bleibt.

Das Öffnen sogar von Privatstationen am Montag ist bisweilen am Sonntagabend noch eine Zitterpartie, weil die Personaldecke bereits bei wenigen erkrankten Mitarbeitern keine Ausfallkompensation mehr erlaubt. Wenn der Krankenhausmanager noch weiteres Einsparpotenzial sucht, sollte er die Schwesternzimmer mit Kloschüsseln ausstatten, damit die Mitarbeiter die Übergabe auf der Toilette abhalten könnte, was sicherlich noch ein paar Zehntel Prozent mehr Effizienz einbringen sollte.

Ich verschone Euch mit meinen Gedanken zu Themen wie sozialer Ungerechtigkeit oder dem Versagen des Systems. Dennoch mag ich auf ein Buch hinweisen (auch hier gibt es den Film zum Buch), das einen interessanten, logischen und nachhaltig nachdenklich machenden Denkansatz verfolgt. Nämlich den, dass Konzerne Psychopathen sind...

Ist froh, kein Pfleger (dort) zu sein,

Euer Anton Pulmonalis