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USA: Erfolgreiche Antiraucherkampagne mit persönlichen Werbespots

Mittwoch, 11. September 2013
USA: Erfolgreiche Antiraucherkampagne mit persönlichen Werbespots

Das Rauchen aufzugeben ist schwer. Viele Raucher unternehmen Abstinenzversuche, schaffen es aber meistens nicht. Warnhinweise auf den Packungen erweisen sich als wirkungslos und medikamentöse Abstinenzhilfen sind kein Ersatz für einen fehlenden Willen: Mehr als neun von zehn Anwender von Nikotinpflastern rauchten nach einem Jahr wieder.

Die US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) versuchten es im letzten Jahr mit einer landesweiten Fernsehwerbung. Patienten schildern dort sehr emotional die Folgen des Rauchens auf ihre Gesundheit und auf ihre Familie. Die Spots kamen an. Fast 80 Prozent der befragten Raucher konnten sich später an die Werbespots erinnern. Insgesamt 1,6 Millionen US-Amerikaner haben während der Zeit einen Abstinenzversuch unternommen, und die Zahl der Anrufe bei der Telefon-Hotline hat sich mehr als verdoppelt.

Nach den Ergebnissen einer begleitenden Studie haben 200.000 US-Bürger den Abstinenzversuch bis zum Ende der Kampagne durchgehalten, und die Hälfte davon könnte dauerhaft vom Rauchen losgekommen sein, glaubt Tim McAfee, der Leiter des Office on Smoking and Health der CDC in Atlanta. Bei Kosten der Kampagne von 54 Millionen US-Dollar – übrigens 0,7 Prozent der jährlichen Werbeausgaben der Tabakhersteller in den USA – wären dies 540 US-Dollar für eine erfolgreiche Abstinenz, was eigentlich nicht viel ist.

Auch die Kosten für ein gewonnenes Lebensjahr von 200 US-Dollar sind geradezu lächerlich zu dem, was in Kosten-Nutzen-Analysen im Gesundheitswesen für vertretbar gehalten wird. Die Werbespots sind gelungen. Sie verzichten weitgehend auf abschreckende Bilder. Einfache Menschen berichten ihre Geschichte. Das scheint zu wirken, auch wenn die Sucht bei den meisten am Ende siegt.