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Grippe: Impfung vermeidet jede zehnte Erkrankung

Donnerstag, 27. Juni 2013
Grippe: Impfung vermeidet jede zehnte Erkrankung

Die Grippeimpfung ist alles andere als perfekt. Die Gründe sind bekannt. Die Antigenität der Viren lässt sich nur bedingt vorhersagen, und infolge der Immunseneszenz lässt die Immunität in einer der wichtigsten Zielgruppen – den älteren Menschen – nach. Die Ausbreitung der Viren und der Krank­heitsverlauf schwanken von Jahr zu Jahr. Vor diesem Hintergrund wirken Schätzungen zur Zahl der durch die Impfung verhinderten Erkrankungen vage.

Ein Team um Carrie Reed von den US-Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta hat es dennoch versucht. Interessant sind die Angaben zum Anteil der vermiedenen Erkrankungen. Er lag in den USA bei gerade einmal 10 Prozent. Dabei gab es große Schwankungen. Am niedrigsten war die Rate während der „Schweinegrippe“ in der Saison 2009/10, als der Impfstoff viel zu spät kam. In dieser Saison wurden gerade einmal 2,5 Prozent aller Erkrankungen verhindert. In der Saison danach, als der Impfstoff passte und das Interesse groß war, wurden 18,5 Prozent aller Erkrankungen verhindert.

Da vor allem Kleinkinder und ältere Menschen an der Grippe erkranken, werden in diesen Altersgruppen die meisten Erkrankungen verhindert. In der Altersgruppe 65plus waren es 18,4 Prozent, was ein beachtliches Ergebnis ist, da die Immunität im Alter ja nachlässt.