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Schlafmangel

Freitag, 24. Mai 2013
Schlafmangel

Heute geht es Paul Behrend nicht besonders gut. „Ich hatte in der letzten Nacht erhebliche Blutdruckprobleme, die damit zu tun hatten, dass ich am vergangenen Wochenende zu viel getrunken, also zu viel Flüssigkeit zu mir genommen hatte. Außerdem hatte ich Krämpfe in den Beinen“, berichtet Behrend. Mit solchen Beinkrämpfen hätten viele Dialysepatienten zu tun. Er sei davon bisher aber meist verschont geblieben. Um den nächtlichen Schlafmangel zu kompensieren, habe er jetzt „den ganzen Vormittag wie ein Stein geschlafen“.

Mit solchen Probleme sei häufig nach verlängerten Wochenenden, so wie jetzt über Pfingsten, zu rechnen. „Da habe ich ja einen zusätzlichen Tag zwischen den Dialysen. Und es fällt mir leider nicht immer ganz leicht, mich an die vorgegebene Trinkmenge zu halten. Nachdem ich jetzt aber ausgeschlafen bin und eine starke Tasse Kaffee getrunken habe, geht es mir wieder gut“.

Und wie bewältigt er ansonsten sein durch die Dialyse bedingtes Schlafdefizit? „Am Wochenende, wenn ich nicht zur Arbeit gehen muss, stehe ich später auf. Samstags wird es dann auch schon mal zehn, elf Uhr. Dann bin ich ausgeschlafen und ausgeglichen. Unter der Woche, wenn ich arbeiten muss, ist der Schlafmangel natürlich ein großes Problem. Ich habe Tage, an denen ich mittags manchmal sogar kurz einnicke“, berichtet Behrend.

Zurzeit denke er darüber nach, ob er die Nachtdialyse wieder „verlassen soll“. Er hätte dann die Möglichkeit, am späten Nachmittag zur Dialyse zu kommen und könnte dann spätestens gegen zwölf Uhr nachts zu Bett gehen. „Dann hätte ich am nächsten Morgen eine einigermaßen vernünftige Nachtruhe gehabt.“ Der Preis bestünde allerdings darin, dass er auf die „wunderbare lange Nachtdialysephase“ verzichten müsste.