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Von der Sehnsucht nicht mehr (nur noch) Arzt zu sein

Donnerstag, 20. Juni 2013
Von der Sehnsucht nicht mehr (nur noch) Arzt zu sein

Einer meiner liebsten Kollegen verweist mich bei jeder Gelegenheit darauf, wie einfach unsere Arbeit sein könnte, wenn dies und das nicht wäre. Vor allem aber beneidet er Menschen, die einer Tätigkeit nachgehen, die in seinen Augen eben mindestens so einfach ist, wie unsere es sein könnte. Dass diese Personen dies wahrscheinlich anders beurteilen würden, entgegne ich mittlerweile nicht mehr.

Doch haben die Einwürfe meines Freundes und Kollegen inzwischen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich erwische mich zuletzt vermehrt dabei, Stellenausschreibungen im Geiste mein Leben einzuhauchen. In meiner Computerzeitschrift schaue ich ab und an ohne ernsthafte Pläne nach, ob ich die Anforderungen erfülle (was natürlich lächerlich selten der Fall ist). Selbst Zettel in Schaufenstern, deren Urheber nach Aushilfen suchen (lassen), sprechen mich mittlerweile an.

Keine meiner Gedankenreisen führte bisher zu konkreten Ideen. Zu sehr hänge ich an der Arbeit mit Patienten. Insofern kann ich mich über meine gedanklichen Abwege freuen, da sie mir immer wieder meine Berufswahl bestätigen.

Muss bisweilen recht weite (Gedanken-)Strecken zurücklegen,

Euer Anton Pulmonalis