aerzteblatt.de

Sind Sie metrosexuell?

Montag, 22. April 2013
Sind Sie metrosexuell?

Die Zeiten, in denen ein echter Mann nur nach Tabak und Schweiß zu riechen hatte, sind lange vorbei. Es gibt es eine stetig wachsende Vielfalt an Kosmetikprodukten für Männer. Nun scheinen aber auch die Zeiten, in denen ein Mann einfach nur kantig und eckig zu wirken oder zumindest einen Bart tragen musste, endgültig passé.

Der Mann von heute, der Mann von Welt, trägt eine Frisur, wie sie in den vergangenen Jahrhunderten nur Frauen und zuletzt vielleicht italienischen Fußballern vorbehalten war. Daran mag man sich gewöhnt haben, doch immer wieder tragen motiviert geformte Damenfrisuren auf Herrenköpfen zu meinem Amüsement (ja, auch das schreibt man heutzutage anders) bei. Erwischt man mich bei derart verursachtem, fiesem (Aus-)Gelächter werde ich zumeist aufklärend zurechtgewiesen: „das ist metrosexuell“.

Neulich hatte ich wieder eine dieser Gedankenreisen, in denen sich das Meditieren über Nichtigkeiten, in einem „Heureka“ entlädt, ohne das ich jedoch auch recht gut hätte leben können: Es ist der Industrie gelungen, auch den Mann von der breiten Palette an Sprays, Kuren und vielleicht bald auch Tönungen abhängig zu machen. Der Markt wurde erfolgreich erweitert, die Zielgruppe beinahe verdoppelt.

Dies macht sich natürlich auch in der Klinik bemerkbar. Vom Pflegeschüler bis zum Chefarzt pflegen und hegen zuvor stolz ignorant lebende, gestandene Männer ihre Haarpracht. Sie stehen früher auf, um sich zu föhnen und ihr Haar gegen drei Wetter zu wappnen. Der Schüler verzichtet vielleicht auf ein paar Cocktails am Wochenende und der Chefarzt stellt bei ein paar Privatpatienten die OP-Indikation ein wenig großzügiger. Denn Eitelkeit ist teuer…

Und nun zu meiner Gedankenreise: würden wir auf dieses allseits verbreitete Gockelkammgekämme verzichten und das dort anfallende Geld einfach in unsere Gesundheit und die eingesparte Zeit in Ausbildung…

... beendete seine Gedankenreise an dieser Stelle, um sich selbst auszulachen,

Euer Anton Pulmonalis

Andreas Skrziepietz am Sonntag, 12. Mai 2013, 21:43
Viel schlimmer
Sexismus wäre ja OK, für politisch unkorrekte Provokationen habe ich immer Verständnis. Aber Metrosexualität ist längst Schnee von gestern.
imhierundjetzt am Sonntag, 12. Mai 2013, 16:52
In welchem Jahrhundert leben wir?
Schlechter Beitrag. Wundert mich, dass sich nicht schon mehr Leser/Innen über diesen Artikel ausgelassen haben. Sexismus, Intoleranz, Schubladendenken. Einfach nur peinlich!