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Zoster: Depression gefährdet Impferfolg

Donnerstag, 14. Februar 2013
Zoster: Depression gefährdet Impferfolg

Eine Depression kann im Alter möglicherweise dazu führen, dass eine Impfung nicht anschlägt. Darauf deutet eine Unterstudie der Shingles Prevention Study hin, die seinerzeit die Schutzwirkung eines Varizella-Zoster-Impfstoffs gegen Herpes zoster belegt hatte. Einige Teilnehmer hatten damals einen Fragebogen ausgefüllt, der sich nach möglichen Symptomen einer Depression erkundigte.

Die Untersuchung von Michael Irwin von der Universität von Kalifornien in Los Angeles zeigt jetzt: Patienten mit einer Major-Depression erzielten eine signifikant verminderte Immunantwort. Sie waren nach der Impfung nicht ausreichend gegen eine Zoster-Infektion geschützt – die eine Reaktivierung einer früheren Windpockenerkrankung ist. Ob die mental erkrankten Personen trotz Impfung tatsächlich häufiger an einer Gürtelrose erkranken, ist nicht belegt. Ein deutlicher Einfluss auf die Immunantwort ist jedoch klar zu erkennen.  

Interessanterweise hatten Patienten, die mit Antidepressiva (SSRI) behandelt wurden, annähernd eine normale Immunantwort, was ein wichtiger somatischer Zusatznutzen einer primär auf die Psyche ausgerichteten Therapie wäre. Zu klären wäre, ob auch andere Impfungen, etwa der jährliche Impfschutz, durch mentale Erkrankungen gefährdet werden kann.