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Heftiger Winter macht nächste Grippe-Welle milder

Donnerstag, 31. Januar 2013
Heftiger Winter macht nächste Grippe-Welle milder

Der Einfluss des Wetters auf die Gesundheit hat bereits Hippokrates beschäftigt, er ist Gegenstand von Volksweisheiten und regt bisweilen die Fantasie von Epidemiologen an. Die Hypothese von Sherry Towers von der Arizona State University: In wärmeren Wintern erkranken weniger Menschen an einer Influenza. Dadurch sind in der nächsten Saison mehr Menschen anfällig für eine Grippe. Bei einem frühen Winterbeginn kann dann die Zahl der Erkrankten rasch ansteigen. Viele erwischt es noch vor der Grippe-Impfung. Das Ergebnis ist eine äußerst heftige Grippewelle, wie sie die USA in diesem Jahr erleben. Die Grippe begann dort früh und heftig. New York musste sogar einen Grippe-Notstand ausrufen, weil Krankenhausplätze knapp wurden.

Towers wäre keine gute Epidemiologin, wenn sie ihre These nicht durch eine Statistik stützen könnte. Ihre Analyse aller Grippewellen seit 1997 zeigt tatsächlich eine gewisse Korrelation zwischen der Durchschnittstemperatur während des Winters und dem exponentiellen Anstieg der Grippeerkrankungen in der nächsten Saison.

Ob dies auch für Europa gilt, bleibt abzuwarten. Der letzte Winter war zunächst recht milde, im Februar fielen die Temperaturen jedoch teilweise auf unter minus 20 Grad. Die Grippewelle sollte deshalb in diesem Jahr eher milde ausfallen, wenn Towers recht hat. Bleibt zu hoffen, dass die Bauernregel 2012/3 lautet: War die Nas vor Kälte rot, zieht vorbei die Grippe-Not.