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Ärzte und Euros

Mittwoch, 9. Januar 2013
Ärzte und Euros

Gegen Ende eines jeden Monats bietet sich immer wieder das gleiche Bild: Während der Besprechung sind die Kollegen ein wenig abgelenkt, weil sie ihre frisch eingetroffene Gehaltsabrechnung aus ihrem Fach im Besprechungsraum genommen haben und erstmal prüfen. Doch während sich mein liebster Kollege und ich dabei – wie zuvor auch immer –  schwarz ärgern, weil die geringe Dienstvergütung kaum einen Unterschied zwischen vier oder acht Diensten erkennen lässt, hat unser neuer Kollege zuletzt für ein geradezu unbekanntes Erlebnis gesorgt.

Er freute sich, als hätte er im Lotto gewonnen. Mehrfach kontrollierte er den Betrag voller Freude und konnte es kaum fassen. Dann guckte er mehrfach in die Runde, als gelte es rauszufinden, ob es sich nicht doch um Rupien, Rial oder Wong handele. Anscheinend hat er keine Ahnung gehabt, wie viel er verdienen würde.

Zu meiner Beruhigung und bevor ich mich für meine vermeintliche Undankbarkeit schlecht fühlen konnte, korrigierte er mein Bild von ihm und der Situation jedoch kurz danach wieder, indem er sich ebenso ungläubig wie in seiner Freude über den vermeintlichen Geldsegen über die Tatsache echauffierte, dass die Dienstvergütung erst mit der Verzögerung von einem Monat erfolgt. Ist dennoch vom zuvor gebotenen Schauspiel nachhaltig beeindruckt,

Euer Anton Pulmonalis