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Unzählige Fachjournale

Donnerstag, 2. August 2012
Unzählige Fachjournale

Die Facharztgruppe, der ich beigetreten bin, umfasst ein knappes Dutzend an Kollegen. Sie alle stammen aus verschiedenen Teilen der USA; Manche haben in New York ihre Facharztausbildung gemacht und gearbeitet, andere in Texas oder Massachusetts, wiederum andere wie ich im Mittleren Westen. Dadurch bringen wir alle unsere jeweiligen geografischen Präferenzen und Denkensweisen mit – mir fiel beispielsweise auf, dass die in New York ausgebildete Ärzte erfahrener im Umgang mit Drogenabhängigen und Gewaltverletzungen erscheinen als ich aus dem eher beschaulichen Minnesota.

Entsprechend dieser regionalen Prägung erhält auch jeder zum Teil andere internistische Fachjournale, von denen es in den USA scheinbar unzählige gibt. So werden unserem Büro nicht nur die Annals of Internal Medicine und das New England Journal of Medicine zugestellt, sondern auch The Journal of the American Medical Association (JAMA), Mayo Clinic Proceedings, ACP Internist, American Family Medicine, American Medical News, The Hospitalist, Medical Economics, Journal Watch etc.

Meine Kollegen haben bei mir gleich gemerkt, dass ich sehr gerne Fachzeitschriften lese und viel über die neuesten Studien und Veröffentlichungen sinniere. Daher leiten sie nun fast alle ihre Journale gleich in mein Postfach weiter. So habe ich jeden Abend mindestens ein neues Journal als Lektüre, das ich dann gerne am Strand oder bei zu großer Hitze im klimatisierten Arztzimmer lese.

Meine Kollegen schmunzeln dann immer ob meines Anblickes: ͈Du bist neu, da ist man noch wissbegierig. Aber irgendwann hast Du die aktuellsten HIV-Leitlinien oder Erkenntnisse zur Vitamin D-Prophylaxe zum x-ten Mal gelesen und das zyklische Ebrechenssyndrom interessiert Dich auch nicht mehr so richtig; dann willst Du lieber etwas Nichtmedizinisches machen”.

Da bin ich einmal gespannt. Ich liebe die Medizin angesichts ihres Wissensreichtumes und glaube nicht, dass das eine“ Jugendmode“ von mir bleiben wird. Aktuell bin ich im Glück, im Fachjournalglück.

malledoc am Freitag, 17. August 2012, 10:18
Zeit
Den Marathon muss er ja so schnell laufen, hat ja keine Zeit
Andreas Skrziepietz am Donnerstag, 9. August 2012, 14:38
dass man auch mal seine Nase anders wo hinein steckt
macht er doch. soviel ich weiß, läuft er den marathon unter 2 stunden.
Thelber am Dienstag, 7. August 2012, 22:07
Schon einmal was von
... Burn-out gehört ? Dazu gehört, dass man auch mal seine Nase anders wo hinein steckt als in Medizin !!

Ihnen alles Gute - Ihre Blogs lese ich ganz gerne !! Lese ich doch anderes als "Deutsche Medizin" ;-)
Andreas Skrziepietz am Freitag, 3. August 2012, 13:59
Super!
Ich hoffe, daß auch das Deutsche Ärzteblatt zugestellt wird.