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Paranoia treibt Kosten in deutschen Krankenhäusern in die Höhe

Donnerstag, 5. Juli 2012
Paranoia treibt Kosten in deutschen Krankenhäusern in die Höhe

Ich frage mich immer häufiger, ob wir total paranoid geworden sind, was mögliche Komplikationen angeht. Alle Patienten bekommen unabhängig von Status und Bewegungsgrad niedermolekulare Heparine. Beinahe ungeachtet des kardialen Risikos heben wir die Gerinnung vor Eingriffen an. Es gibt Kliniken, die allen Patienten Antithrombosestrümpfe verpassen. Protonenpumpenhemmer obligatorisch bei NSAR-Gabe etc... Dass manche Chefs jedem Privatpatienten iv-Antibiose verordnen, hat sicherlich eher pekuniäre Gründe.

Das kostet doch alles Geld. Ist das wirklich nötig oder nur eine Folge des Personalmangels? Denn der führt auf der Gegenseite zu Fehlern und schlechterer Ausbildung, was automatisch zu OP-Komplika­tionen führt. Kann Paranoia wirklich Nachlässigkeit ausgleichen?

Fühlt sich jedenfalls von dieser Paranoia verfolgt,

Euer Anton Pulmonalis