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Lebertran statt Weihnachtsgans

Freitag, 23. Dezember 2011
Lebertran statt Weihnachtsgans

Die Weihnachtstage nähern sich unaufhaltsam, und es wird Zeit für eine gesunde Ernährung zu sorgen. Statt Weihnachtsgans und leckeren Plätzchen, die immer einen Platz im abdominalen Speckgürtel finden, raten wir zu einem bewährten und gesunden Mittel, das zudem gut zur dunklen Jahreszeit passt, die in unseren Breiten immer mit einer Unterversorgung an Vitamin D einhergeht, vor allem wenn die Menschen mehr Zeit hinter ihrem Rechner verbringen als im Freien und der Bildschirm zur wichtigsten Lichtquelle wird. Denn der LED-Schirm ist kein Ersatz für das UV-Licht, wenn es um die endogene Vitaminproduktion geht.

Nichts füllt die Vitamin-D-Speicher so schnell und zuverlässig wie ein Gläschen Lebertran. Der Körper braucht Vitamin D nicht nur für den Knochenbau. Auch an der Abwehr von Infektionen ist es beteiligt. Die infektionsprophylaktische Wirkung von Lebertran ist leider in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten.

Dabei kann es sogar Tuberkelbazillen abwehren, wie Sir Malcolm Green, London, herausgefunden hat. Der Emeritus, einer der führenden britischen Pulmologen, ist bei seinen Recherchen auf eine Studie aus dem Jahr 1848 gestoßen, in der die Wirkung von Lebertran bei Tuberkulose-Patienten untersucht wurde. Die Patienten wurden anfangs mit einer Dosis von dreimal täglich 1 Dram apothecarius (entspricht 3,6 ml) traktiert. Später wurde die Dosis auf 1,5 Flüssigunze (42 ml) gesteigert, soweit die schwindsüchtigen Teilnehmer dies tolerierten.

Die Behandlung stabilisierte die Tuberkulose bei 18 Prozent der Patienten gegenüber 6 Prozent in einer Vergleichsgruppe. Zu einer Verschlechterung kam es nur bei 19 Prozent versus 33 Prozent in der Vergleichsgruppe. Das ist eine Verbesserung um 14 Prozentpunkte, die sich auch in heutigen Studien sehen lassen könnte. Also Nase zu und runter mit dem Saft. Brauchen Sie nicht? Tuberkulose ist doch kein Thema?

In einigen Großstädten wie London ist die Tuberkulose in den letzten Jahren wieder häufiger geworden. Eine Expositionsgefahr besteht ganz sicher auf Weihnachtsmärkten, wo latent Lungenkranke die Symptome ihrer Krankheit schnell mit der Wirkung des Glühweins verwechseln und infolge der Alkoholwirkung nicht rechtzeitig in medizinische Behandlung begeben.

Auch die Weihnachtsfeiern größerer Betriebe führen häufig dazu, dass sich Menschen näher kommen, die dies später bereuen. Durch den Mundgeruch nach Lebertran sind Sie auch hier auf der sicheren Seite.