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Ex-Präsidenten leben länger

Mittwoch, 7. Dezember 2011
Ex-Präsidenten leben länger

Chicago – Die Regenbogenpresse machte sich in den USA jüngst Gedanken über das rasche Altern des Präsidenten, hat dieser doch seit Beginn seiner Amtszeit graue Haare an den Schläfen und tiefere Sorgenfalten im Gesicht bekommen. Dies erinnert an die Gerüchte (und Prozesse), die vor einigen Jahren um die (angeblich) getönten Haare von Gerhard Schröder geführt wurden. Dem US-Präsidentenpaar Reagan wurde seinerzeit nachgesagt, einen eigenen Haarcoloristen beschäftigt zu haben.

Doch die Sorgen der Boulevard-Presse sind unberechtigt. Solange US-Präsidenten nicht Attentätern zum Opfer fallen – Wikipedia zählt vier erfolgreiche Attentate nebst 16 Versuchen auf US-Präsidenten – ist die Lebenserwartung höher als in de Gesamtbevölkerung.

Das war bereits bei den ersten acht Präsidenten so, die im Durchschnitt 79,8 Jahre alt wurden, davon einer (John Adams) sogar über 90, während die Lebenserwartung der restlichen Bevölkerung damals bei unter 40 Jahren lag (auch wegen der hohen Kindersterblichkeit). Auch heute liegt die Lebenserwartung über dem Durchschnitt.

Seit Herbert Hoover (90 Jahre) wurden mit Gerald Ford (93,5 Jahre) und Ronald Reagan (93,3 Jahre) zwei weitere US-Präsidenten über 90. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Ex-Regenten die 100-Jahre-Grenze erreichen. In Deutschland scheint dies für Ex-Kanzler sogar bei einem starken Tabakkonsum nicht ausgeschlossen zu sein.

ÄrzteblattBenutzername am Donnerstag, 8. Dezember 2011, 19:20
Kindersterblichkeit
bei der Vergleichsgruppe nicht rauszurechnen, ist ein grober Patzer, denn diese Gefahr haben US-Präsidenten ja gut überstanden.