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Campylobacter-Infektionen durch Leberpastete

Freitag, 2. Dezember 2011
Campylobacter-Infektionen durch Leberpastete

London – Englische Behörden warnen vor dem Verzehr von Pasteten aus unzureichend gekochter Geflügelleber, da diese mit Campylobacter kontaminiert sein könne. Nach Angaben der Health Protection Agency (HPA) hat es in diesem Jahr bereits 18 Ausbrüche mit 443 Erkrankungen gegeben.

Geflügelleberpastete erfreut sich auf Hochzeiten und anderen Feiern einer großen Beliebtheit. Dabei mögen es die Briten, wenn die Pastete innen noch rosa ist, was Lebensmittelchemiker als Zeichen einer unzureichenden Erhitzung bei der Herstellung deuten. Es bestehe dann die Gefahr, dass die Pastete mit Campylobacter kontaminiert ist, ein beim Geflügel häufig auftretender Keim.

Nach dem Verzehr kann es dann zu einer Durchfallerkrankung mit Magenkrämpfen und Fieber kommen. Die meisten Lebensmittelvergiftungen sind zwar harmlos. Neun von zehn Patienten erholen sich innerhalb weniger Tage. Es seien jedoch auch schwerwiegende Verläufe möglich, warnt die HPA.

Campylobacter ist in England der häufigste Erreger von Lebensmittelvergiftungen. Die HPA schätzt die Zahl der jährlichen Erkrankungen auf über 600.000. Der Verzehr von kontaminierter Hühnerleber ist sicherlich nur die Spitze des Eisbergs. Der HPA war jedoch aufgefallen, dass die Zahl der Ausbrüche im Zusammenhang mit Geflügelleberpasteten zugenommen hat. Im Jahr 2008 waren nur 3 Ausbrüche bekannt geworden.

Über Google finde man schnell auch deutschsprachige Rezepte, die die kulinarischen Qualitäten einer zartrosafarbenen Geflügelleberpastete hervorheben.