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Fraternité, Egalité und lieber Tee

Donnerstag, 1. Dezember 2011
Fraternité, Egalité und lieber Tee

Seit ich weiß, dass ich gehen werde, nehme ich die Dinge im Vergleich zu vorher geradezu gelassen hin. Situationen, die bisher meine Geduld strapazierten, ringen mir derzeit ein inneres trotziges Grinsen ab. Umso leichter fällt es mir, freundlich wie eh und je zu reagieren. Das Licht am Ende des Tunnels beeinflusst meine Laune auf dem Weg zur, bei und nach der Arbeit ungemein.

Nun gilt es nur noch, eine neue Stelle zu finden. Zudem muss ich insgesamt sechs Monate zusammenbekommen. Sonst habe ich auch noch rein vorschriftsmäßig in Sachen Facharzt für die Katz´ gearbeitet.

Dass meine Kollegen es wie mit allen nicht Anwesenden handhaben und über mich wenig Lob verbreiten werden ist mir dabei recht egal. Ich verlasse das Reich in dem sie König sind nur allzu gerne.

Ein Bewerbungstermin ist bereits ausgemacht. Nun heißt es nur noch die Situation aussitzen und Tee trinken. Die rettende Kavallerie naht…

Fragt sich, wie oft es noch so sein wird, dass das Verlassen einer Klinik sich anfühlt wie das Ausziehen zu enger Schuhe,

Euer Anton Pulmonalis

ares am Freitag, 2. Dezember 2011, 11:12
crack it
Lieber Anton P,

eine Chirurgin schickte mir unlängst ein Buch, sie hat es unter Pseudonym geschrieben, es ist ungemein lesenswert, denn es stellt die haarsträubenden Bedingungen in der Facharztausbildung zur Chirurgin recht schonungslos dar (eine kutane Leberfleckexzision wird als "Lebereingriff" in den FA-Katalog eingetragen, von den Ausbildern...). Es heisst: Äskulaps zerbochener Stab. Die Autorin nennt sich Klara Ostmüller. LESEN!!

Du solltest nicht darauf warten, dass von oberärztlicher Seite etwas geschieht, denn dann kannst Du lange warten.