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Hirntumoren und Handys – eine unendliche Geschichte

Freitag, 21. Oktober 2011
Hirntumoren und Handys – eine unendliche Geschichte

Langsam wird's langweilig. Seit mehr als zwanzig Jahren telefonieren die Menschen mobil. Viele gehen ihren Mitmenschen durch sinnloses Geplapper auf die Nerven. Doch wünscht man seinem Mitmenschen deshalb den Krebs unter die Ohrmuschel? Natürlich nicht.

Auch die Technik-Ängste vor den von Telefonen ausgesandten Radiofrequenzwellen müssten doch negative Auswirkungen auf die Nerven haben, gehen sie doch auf dieselbigen.

Die emittierte Energie von 0,1 bis 2 Watt hält dem Vieltelefonieren noch nicht einmal die Ohren warm. Aber halt, können Sie wirklich ausschließen, dass nicht doch irgendwo ein Risiko lauert?

Und hatte nicht im Mai die Internationale Agentur für Krebsforschung IARC das Mobiltelefonieren als „potenziell krebserregend“ eingestuft. Eine ähnliche Einstufung wurde noch 1991 auch für Kaffee vorgenommen. Kaffee war nach seiner Einführung lange umstritten.

Heute lacht man über die Kaffeekantate. Doch der schwedische König Gustav III. ließ noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die gesundheitlichen Auswirkungen testen.

Er wurde zum Pionier prospektiver klinischer Studien, trotz geringer Fallzahl (2) und ethisch bedenklicher Auswahl der Probanden (zum Tode verurteilter Schwerverbrecher). Die Insassen kalifornischer Gefängnisse wären vermutlich glücklich, wenn sie das iPhone4s über Jahrzehnte auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit testen dürften, bevor es dann so um das Jahr 2050 von der FDA zugelassen würde.

Adolar am Freitag, 21. Oktober 2011, 19:36
Nicht witzig,
aber richtig ist, daß dieser Virus keine physiologische, sondern psychische Folgen nach sich zieht, wie man an "auffälligem" Verhalten besonders bei jüngeren Personen überall sehen kann.