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Medline und Google decken Interessenkonflikte auf

Mittwoch, 12. Oktober 2011
Medline und Google decken Interessenkonflikte auf

Das Internet vergisst nicht. Wer als Autor einer wissenschaftlichen Publikation seine Interessenkonflikte verschweigt, kann unter Umständen durch eine Google-Recherche überführt werden. Auch Medline ist eine gute Quelle, um falsche Angaben zu prüfen.

So konnten Jennifer Neuman vom Mount Sinai Medical Center in New York bei 8 von 73 Leitlinienautoren nachweisen, dass ihre Angabe, sie hätten keine Interessenskonflikte, nicht korrekt war. Auch bei 4 von 77 Autoren, die sich vor der Angabe eines Interessenkonfliktes gedrückt hatten, ließ sich ein solcher nachweisen. 

Die Autoren nennen in ihrer Publikation keine Namen. Ziel ihrer Studie war es nur, auf die hohe Rate von Interessenskonflikten von Leitlinienautoren hinzuweisen. Mit einem Anteil von fast 50 Prozent war er bei nordamerikanischen Leitlinien zu Diabetes und Hyperlipidämie sehr hoch.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Tätigkeit für die Hersteller das objektive Urteil der Experten in der einen oder anderen Frage zugunsten des Sponsors getrübt haben könnte. Das ist zum einen ein gesundheitspolitisches Problem, da die Empfehlungen deutliche Auswirkungen auf die Kosten für Diagnose und Therapie haben können.

Letztlich werden auch Patienten geschädigt, wenn es zu suboptimalen Empfehlungen kommt. Für die einzelnen Autoren kann es schnell zu einem biografischen Problem werden, wenn ihre unlauteren Angaben in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Die Affäre Guttenberg sollte hier eine Warnung sein. Google is watching you.