aerzteblatt.de

Most wanted: Steckbriefe zu exotischen Infektionskrankheiten

Freitag, 16. September 2011
Most wanted: Steckbriefe zu exotischen Infektionskrankheiten

Chikungunya-, West-Nil- und Wolhynisches Fieber. Die Medien, wir auch, berichten gern über exotische Erkrankung. Ärzte bekommen sie im Verlauf ihres Berufslebens kaum einmal zu sehen. Ausgeschlossen ist dies angesichts des globalen Tourismus jedoch nicht. Als nützliche Informationshilfe hat das Robert Koch-Institut sogenannte Erreger-Steckbriefe erstellt.

Insgesamt 94 sind in der aktuellen Publikation enthalten, die als PDF zur Verfügung steht. Darunter sind einige Angstmacher wie Vogelgrippe oder SARS, andere, die in Vergessenheit geratene Erkrankungen wie Poliomyelitis, Cholera oder Gasbrand, natürlich die Malaria und Erkrankungen die vermeintlich ausgestorben sind wie Lepra, Pest oder Tollwut, die aber wie der Tod mehrerer Transplantatempfänger vor einiger Zeit vor Augen führte, urplötzlich auftreten können.

Die Steckbriefe sind knapp ausgefallen. Im Vordergrund stehen epidemiologische Daten, Diagnosekriterien und Prophylaxemöglichkeiten und natürlich die Meldevorschriften. Der Download lohnt sich, zumal er kostenlos ist. Im Zeitalter des Internet wäre allerdings mehr möglich gewesen.

Wünschenswert wären Landkarten, die die Verbreitung auf den ersten Blick erkennen lassen und auch eine Verlinkung zu den aktuellen Meldedaten wäre (auch aus einem PDF-Dokument heraus) möglich. Schließlich hätten Abbildungen die Attraktivität und damit auch die Beachtung der Publikation sicherlich erhöht.