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Wie Google das Gedächtnis auslagert

Freitag, 15. Juli 2011
Wie Google das Gedächtnis auslagert

Eine Folge der Suchmaschine Google ist, dass Menschen sich immer weniger Dinge merken müssen. Sie können ja jederzeit im Computer oder ihrem Smartphone recherchieren. Dies zeigt ein Experiment, über das die Psychologin Betsy Sparrow von der Columbia University in New York in Science (2011; doi: 10.1126/science.1207745) berichtet.

Die Probanden sollten per Google-Recherche Antworten auf typische Quizfragen suchen wie “Ist das Ei beim Strauß größer als sein Gehirn?”. Es gab zwei Gruppen. Einer wurde erzählt, dass die Antworten auf der Festplatte des Rechners gespeichert würden, bei der anderen Gruppe sollten diese gelöscht werden.

Später sollten die Probanden die gleichen Fragen aus dem Gedächtnis beantworten. Jene, die dachten, die Antworten seien auch auf der Festplatte gespeichert, erzielten die schlechteren Ergebnisse. 

In einem anderen Experiment wurden die Antworten in einer von fünf Ordnern auf der Festplatte gespeichert. Später wurden die Probanden nach der richtigen Antwort und nach dem Ordner gefragt, wo die Information gespeichert war. Es konnten sich mehr Teilnehmer an den Ordner als an die richtige Antwort erinnern.