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Musik macht Herzkatheter erträglich

Montag, 4. Juli 2011
Musik macht Herzkatheter erträglich

Mit Musik geht vieles leichter, auch im Herzkatheterlabor. Die Angst, die viele Patienten bei diesem Eingriff empfinden, wurde in einer randomisierten Studie erfolgreich durch Musik gelindert. Die Wirkung hing allerdings von der Wahl des Musikstücks ab und auch davon wer die Musik auswählte.

Nicht jede Art von Musik ist für Herzpatienten geeignet. Techno, aber auch Vivaldi können, wie eine frühere Studie gezeigt hat, Blutdruck und Atemfrequenz in die Höhe treiben. Die Gruppe um Jürgen von Dahl von den Maria-Hilf-Kliniken in Mönchengladbach hatte deshalb für ihre Studie ruhigere Stücke aus Klassik, Pop und Jazz ausgesucht, mit denen sie ihre Patienten während der Katheteruntersuchung beschallten.

In einem vierten Studienarm verzichteten sie dagegen auf jede Musik. Hier gaben die Patienten im State-Trait Anxiety Inventory die stärksten Angstgefühle an. Musik lenkte sie dagegen erfolgreich von den ängstlichen Gefühlen ab, die wohl unvermeidlich sind, wenn jemand mit einem Metalldraht in den Koronarien herumstochert. Welche Musik die Patienten dabei hörten, war dabei egal. Klassik und Jazz beruhigte auch jene Patienten, die normalerweise keine Präferenz für diese Musikrichtungen hatten.

Ja, es scheint sogar, dass die Patienten es vorzogen, wenn diejenigen, die gerade bei ihnen die perkutane koronare Intervention durchführten, auch die Musikrichtung bestimmten. Nur bei der Hälfte der Patienten hatten sich die Kardiologen nach dem Musikgeschmack der Patienten gerichtet.

Bei der anderen hatten sie den Zufall bestimmen lassen. Die Patienten mögen vermutet haben, dass es um die Lieblingsstücke der Ärzte handelte. Vielleicht dachten sie, dass dem Arzt der Katheterismus leichter fällt, wenn er dabei Musik hört. Das beruhigt dann auch den Patienten.