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Nano-Diamanten als bester Freund der Chemotherapie

Donnerstag, 10. März 2011
Nano-Diamanten als bester Freund der Chemotherapie

Nicht nur Frauen erliegen dem Glanz von Diamanten, auch Krebsforscher begeistern sich seit neuestem für die Eigenschaften der scharfkantigen Kohlenstoffpartikel: Sie könnten die Wirkung einer Chemotherapie verbessern.

Während die Schmuckdiamanten nicht groß genug sein können, sind die Diamanten, mit denen Dean Ho von der Northwestern University in Evanston, Illinois, experimentiert, nur 2 bis 8 Nanometer groß. Viel zu klein, um mit bloßen Auge oder konventionellen Mikroskopen sichtbar zu sein.

Aber klein genug, um die Zellmembran von Krebszellen zu durchdringen. Ho verknüpfte die Nanodiamanten mit dem Zytostatikum Doxorubicin. Dadurch konnte er die Wirkung einer Chemotherapie von Leber- und Brusttumoren bei Mäusen deutlich verstärken (Science Translational Medicine 2011; 3: 73ra21).

Ho führt dies auf die Oberflächeneigenschaften seiner Nanodiamanten zurück. Sie verhindern, dass die Efflux-Pumpen, die in resistenten Tumoren Doxorubicin auf der Krebszellen Zelle herausbefördern, bevor es sie schädigen kann. Der Wirkstoff bleibt dadurch länger im Körper und erzielt eine größere Wirkung.

Da Diamanten keine chemischen Verbindungen eingehen und problemlos über die Nieren ausgeschieden werden, seien keine Komplikationen zu befürchten, hofft Ho. Einen Kostenschub müssen die Krankenkassen indes nicht befürchten. Nanodiamanten sind spottbillig in der Herstellung. Sie wurden zunächst für die Automobilindustrie als Bremsmittel entwickelt.

Rapp-Engels am Freitag, 11. März 2011, 22:31
keine Komplikationen?
.. das war bei den Röntgenstrahlen auch (erst) mal gängige Meinung. Vielleicht durchdringen diese Nanopartikel auch andere Zellen und werden nicht durch die Nieren ausgeschieden sondern irgendwo in den Nieren oder wo anders abgelagert - mit oder ohne weitere Folgen..
Das weitere Verhalten der Nanopartikel im Körper sollte also in der ersten Euphorie nicht aus dem Blick geraten und ebenfalls konsequent erforscht werden.