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Präimplantationsdiagnostik: Klare Absage der Kanzlerin

Montag, 18. Oktober 2010
Präimplantationsdiagnostik: Klare Absage der Kanzlerin

Als sich die Redaktion des Deutschen Ärzteblattes dazu entschloss, den Titelbeitrag zu Heft 42 dem Thema Präimplantationsdiagnostik zu widmen, konnte sie noch nicht wissen, dass das Thema bei Erscheinen des Heftes in aller Munde sein werde. Doch sie ahnte bereits, dass es demnächst auf der Agenda der Politik stehen würde, da der Bundesgerichtshof vor kurzem entschieden hatte, dass die umstrittene Methode nicht gegen das  Embryonenschutzgesetz verstoße.

Inzwischen ist das Thema PID sogar zur Chefsache geworden, denn Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich jetzt dezidiert für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen. Und das könnte zu einem neuen Koalitionsstreit führen. Die FDP nämlich will die PID unter bestimmten Voraussetzungen erlauben. Dabei spricht vieles gegen eine Zulassung der genetischen Methode.

Dieser Ansicht ist auch die ein großer Teil der Ärzteschaft. So betonte heute der Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, dass sich die ablehnende Haltung der Kanzlerin mit der geltenden Beschlusslage des Deutschen Ärztetages deckt.

Er lehnt deshalb zu Recht auch Vorschläge der Freien Demokraten ab, wonach die Bundes­ärzte­kammer einen Katalog derjenigen Indikationen ausarbeiten soll, bei denen eine Verwerfung des Embryos zulässig wäre. „Es ist eine Illusion zu glauben, die Anwendung der Methode auf diesem Wege eingrenzen zu können.”